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Die Kultur ist jetzt ein Betrieb

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:

Düren. „Große Events können Sie von uns nicht erwarten. Die finden in Düren woanders statt. Von uns können Sie Kultur erwarten, die eine gewisse Nachhaltigkeit hat.” Der neue „Dürener Kulturbetrieb”, der am 1. Mai offiziell gegründet wurde, ist am Samstag nun der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Zu dem neuen Kulturbetrieb vereinigen sich alle Kulturinstitute der Stadt Düren außer den beiden Museen.

Unter dem neuen Dach vereint sind also das Archiv, die Volkshochschule, die Stadtbücherei, das Kulturamt, das Theater im Haus der Stadt, Schloss Burgau und die Musikschule. Leiter des Kulturbetriebes ist Johannes Esser, bisher Leiter der Musikschule. Neue Abteilungsleiterin Musikschule ist Andrea Nolte. Essers Stellvertreter als Leiter des Kulturbetriebes ist Manfred Lange.

Der neue „Dürener Kulturbetrieb”, bei dem die Dürener Kultur ganz groß und der Betrieb ganz klein geschrieben werden sollen, wird über ein gemeinsames Budget verfügen. Johannes Esser: „Wir wissen alle, dass die Städte und Gemeinden immer ärmer werden. Das trifft auch auf Düren zu. Trotzdem wollen wir finanziell und wirtschaftlich klar kommen und unsere Arbeit auch weiterhin so gut machen wie bisher.”

Es wird, so Esser, ständige gemeinsame Gespräche mit allen Abteilungsleitern des Kulturbetriebes geben. „Das kann auch einen großen Nutzen für die Kultur in Düren bedeuten”, so Esser. „Wir können noch bessere Terminabsprachen treffen und auch die ein oder andere gemeinsame Veranstaltung planen.” Der neue Kulturbetrieb werde Bewegung bringen.

„Aber Bewegung ist positiv. Und wir werden uns bemühen, dass sie in die richtige Richtung geht.” Für die Dürener Kulturliebhaber wird sich spürbar zunächst nicht viel ändern. Allerdings gibt es ab sofort im Bürgerbüro eine neue „Kultur-Info-Theke”, wo die Bürger zentral alles regeln können, was mit dem Kulturbetrieb zu tun hat. Man kann Konzertkarten kaufen, sich aber auch für Kurse bei der VHS oder Unterricht in der Musikschule anmelden.

Theater- und Konzertkarten gibt es zudem ab sofort auch in der Stadtbücherei, die ja deutlich länger auf hat, als das Bürgerbüro oder die Theaterkasse im Haus der Stadt.

Natürlich soll auch der Kulturbetrieb knapp sechs Prozent seines Budgets in den nächsten vier Jahren einsparen. Ob und wie das funktionieren kann, dazu wollte Johannes Esser bei der kleinen Feierstunde am Samstag, die übrigens vom Blechbläserensemble „Eifelblech” musikalisch gestaltet wurde, nichts sagen. Befürchtungen, dass einige Abteilungen des Kulturbetriebes von vornherein mit weniger Geld auskommen müssen, versuchte Esser jedoch zu entkräften.

„Die einzelnen Abteilungen sollen ihre Budgets zunächst behalten. Und ich sage noch mal, dass es ständige Gespräche mit allen Abteilungsleitern geben wird.” Möglich sei, so Esser, in manchen Jahren verschiedene Schwerpunkte zu setzen. „Wenn zum Beispiel die Volkshochschule etwas Besonderes hat, zum Beispiel ein Jubiläum, kann sie dann für besondere Veranstaltungen auch etwas mehr Geld bekommen.”

Dass die beiden Museen zunächst noch nicht zum Kulturbetrieb gehören, hält Johannes Esser für sinnvoll. „Zumindest im Augenblick. Die beiden großen Stiftungen würden eine Zusammenlegung sehr schwierig machen. Aber irgendwann werden wohl alle zusammen gehen.”

Podiumsdiskussion zur Zukunft der Kultur

Die neue Kultur-Info-Theke im Bürgerbüro der Stadt Düren ist während der Öffnungszeiten des Bürgerbüros (montags, dienstags, mittwochs und freitags von 7.30 Uhr bis 13 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr) geöffnet, darüber hinaus aber telefonisch unter 02421/252525 zu erreichen.

Um näher über die Arbeit des neuen „Dürener Kulturbetriebes” zu informieren, laden die Fördervereine der Musikschule, der Stadtbücherei, der Volkshochschule und die Erna-Schiefenbusch-Gesellschaft als Förderverein des Theaters am Dienstag, 18. Mai, um 19.30 Uhr zu einer Podiumsdiskussion ins Foyer im Haus der Stadt ein.

Adam Kempinski, Dr. Gisela Hagenau, Wolfgang Jonen und Verena Schloemer diskutieren mit Johannes Esser und Bürgermeister Paul Larue über die Zukunft der Kultur in Düren. Der Eintritt ist frei.

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