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Die Klasse wird zum Plenarsaal

Von: Anja Klingbeil
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Fast wie bei den echten Sitzungen des EU-Parlaments: Hier demonstrieren nicht verärgerte Landwirte, sondern GAF, Green Army Faction. Foto: Anja Klingbeil

Düren. Laut pfeifend und trommelnd zieht eine kleine Gruppe durch den Raum. Auf den Plakaten sind ihre Forderungen zu lesen: „Stoppt die Diskussionen, startet die Aktionen!” steht darauf etwa in großen Lettern geschrieben. Die Demonstranten gehören der „GAF”, Green Army Faction, an.

Ziel ihres Aufmarsches ist das Europa-Parlament. Dort geht es bei der Debatte gerade hitzig her. Die Parteien stellen ihre Positionen und Ziele vor. Es ist Wahlkampf. Bald soll ein neues Parlament gewählt werden, dessen Entscheidungen zukunftsweisend für Europa sind.

Wir schreiben das Jahr 2020. In diesem Jahr spielt die EU-Parlamentsdebatte, die die Schüler des Gymnasiums am Wirteltor nachgestellt haben. Fest eingeplant war auch eine Live-Schaltung zur Partnerschule in Portugal. Doch die wollte partout nicht gelingen. Dafür waren allerdings Sabine Verheyen (CDU), Mitglied des Europäischen Parlaments, und Peter Alberts, Assistent von Sven Giegold (MdEP, Die Grünen), als Projektpaten vor Ort.

Die Pennäler haben ihre Ideen im Rahmen der Initiative „Jugend denkt Europa”, ins Leben gerufen von der Robert-Bosch-Stiftung, entwickelt. Und dafür wurden eigene Parteien gegründet: Die Soziale Partei Europas (SEP) will erneuerbare Energien langsam in den Markt integrieren und erhofft sich dadurch stärkeren Wettbewerb, günstigere Preise und mehr Arbeitsplätze. Wirtschaftlichkeit, Veresorgungssicherheit und Umweltverträglichlkeit haben sich „Die Realisten für Europa” auf die Fahne geschrieben.

Mehr Realismus

Der Klimawandel dürfe zwar nicht ignoriert werden, es sei aber mehr Reallismus in den Energiekonzepten nötig, fordert die Partei. Eine schnelle Abschaffung der Atomkraft sei nicht sinnvoll. „Ich bin ja eigentlich gegen Atomkraftwerke, aber wir mussten ja unterschiedliche Parteien und Programme gestalten”, verrät die 17-jährige Elena Valter.

Auf den Zahlen 40 - 40 - 40 baut das Konzept der „Alliance of Sustainable Responsibility and Development” (ASRD) auf: 2040 soll der Anteil erneuerbarer Energien in Europa 40 Prozent betragen. Der Ausstoß von CO2 soll um 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. „Wichtig ist uns, eine nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen - von der Bildung bis zur Umwelt”, sagt Lucas Croé (17). Damit konnte sich die ASRD auch bei der nachgestellten Wahl durchsetzen.

„Die Jugendlichen waren noch relativ uninormiert, als wir vor vier Tagen begonnen haben”, sagt Prozessmoderatorin Meike Ludwigs. Das Ziel, den Jugendlichen Europa näher zu bringen, dürfte allerdings gelungen sein.

„Ein europäisches Parlament vereinfacht die Kommunikation und wenn sich mehrere Länder zusammentun, kann man einfach mehr erreichen”, betont Elena Valter. Das Programm der Gewinnerpartei wird übrigens in einen Aktionsplan aufgenommen, der in das EU-Parlament geht.
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