Düren - Die Juliacum Brassers reißen alle mit

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Die Juliacum Brassers reißen alle mit

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Sie spielten gut: „The Cleveland Youth Wind Symphony Orchestra. Allerdings waren 130 Musiker auf der Bühne im Haus der Stadt einfach zu viel für optimalen Hörgenuss.

Düren. Da wurde es sehr eng auf der Bühne im Haus der Stadt. Stuhl für Stuhl stand im Halbkreis, und die Zuschauer im Saal hatten ihren ersten Aha-Effekt, als die Bühnenwand hoch fuhr und den Blick auf die Tiefe der Bühne freigab.

Es folgte ein weiteres Staunen, als nach einem ausgeklügelten System 130 Musiker zu ihren Plätzen strömten, ohne sich auf die Füße zu treten und sich mit den Instrumenten zu berühren. In Windeseile hatte „The Cleveland Youth Wind Symphony“ Platz genommen, und schon bald fegten amerikanische Märsche durch den Saal. Ein bombastischer Klang durchströmte das Haus der Stadt, als das symphonische Orchester aus den Staaten loslegte.

Auf Europatournee

Die Mitglieder des Klangkörpers waren Jugendliche im High-School Alter, die sich zu Hause durch hervorragende musikalische Leistungen für das Orchester qualifiziert hatten und nun auf Europatournee sind. Nach dem Auftakt in Zürich gab es Gastspiele in Freiburg und Bad Kreuznach, dann die Station in Düren, zum Abschluss geht es nach Amsterdam. Die musikalischen Leistungen unter der Leitung von Dr. Gary M. Ciepluch und seinen Assistenten Melissa Lichtler und Daniel Crain waren beachtlich. Die Interpretation symphonischer Werke von Gustav Holst, Philip Sparke, Alfred Reed sowie Filmmusiken von John Williams (beispielsweise „Indiana Jones“) und unterhaltsamer Musik von George Gershwin bis John Philip Sousa ließen auf einen hohen Ausbildungsstand schließen.

Blasorchester haben schon seit jeher eine lange Tradition in den USA, und die Musiker jeder Generation augenscheinlich das richtige „Feeling“. Den Zuhörern im Saal konnte das Gefühl aber leicht abgehen. Das Hören wurde manchmal zur Qual, was nicht an den Darbietungen des Orchesters lag, sondern daran, dass die Orchesterstärke für das Haus der Stadt überdimensioniert war. In Bad Kreuznach hatte man die bessere Idee gehabt und zu einem Open-Air-Konzert eingeladen. Trotz allem gab es viel Beifall für die jungen Musiker, die wiederum mit Applaus nicht geizten, als zu Beginn des Konzertabends die „Juliacum Brassers“ aufspielten.

Dabei handelt es sich um ein Blechbläserquartett, das ein „Best of“ seiner sechsjährigen Geschichte bot. Vor allem die beiden Trompeter Klaus Luft und Martin Schädlich, unter anderem Dirigent der Dürener Brass Band, sind in der Kreisstadt keine Unbekannten.

Begeisterungsstürme

Mit ihren musikalischen Partnern Johannes Meures (Posaune) und dem Hornisten Andreas Trinkaus boten sie ein Konzert, das vor allem die fasziniert lauschenden jungen amerikanischen Musiker zu Begeisterungsstürmen hinriss. Fast nach jedem Stück gab es „Standing Ovations“. Fast andächtig verfolgte das Publikum die Interpretationen barocker und romantischer Kompositionen. Gekonnt, von solide bis virtuos „servierten“ sie ihr Programm, untermalt von charmanten Moderationen in Deutsch und Englisch, einigen musikalischen Gags und einer Prise Selbstironie. Ein herrlicher Auftritt, der geprägt war von einer bewundernswerten Spielqualität. Pointiertes Spiel, klare Töne, ein Höhepunkt war sicherlich Vivaldis Doppelkonzert für Hohe Trompeten, in dem Martin Schädlich und Klaus Luft brillierten.

Zum Liebling des Publikums wurde das von Johannes Meures neu arrangierte Lied „Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehen“. Voller spritziger Ideen, Swing und Jazzelementen, man wäre gerne im Boot sitzen geblieben. Auch Sequenzen aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Enrico Morricone oder „Mack the Knife“ aus der Dreigroschenoper gehörten zur Kategorie „bestens gespielt“ bis hin zum furiosen „Tiger Rag“. Ein vergnüglicher erster Teil mit den „Juliacum Brassers“ und nach der Pause zwar ein sehr gut aufspielendes Orchester, das aber mit der Lautstärke, auch wegen der vielen freien Plätze, den Hörgenuss etwas verdarb.

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