Kreis Düren - Die FDP auf der Suche nach Antworten

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Die FDP auf der Suche nach Antworten

Von: Burkhard Giesen
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Konnten keine hohen Werte für die FDP eintippen: Hans-Peter Hahnengress (rechts) und Peter Elsen, die im Kreishaus Wahldaten

Kreis Düren. Am Tag nach der Bundestagswahl klingt Egbert Braks verschnupft. Für einen FDP-Vorsitzenden nicht weiter verwunderlich, auch wenn es bei Braks eher an der Erkältung liegt, die er sich eingefangen hat.

„Mir geht es gut“, sagt der liberale Kreisvorsitzende auf die Frage, ob er denn die historische Niederlage seiner Partei bei der Bundestagswahl verkraftet habe. „Parteipolitisch geht es mir schlecht“, schiebt er dann hinterher. Mit 4,95 Prozent ist die FDP auch im Kreis Düren unter der Hürde von fünf Prozent geblieben. Keine gute Voraussetzung, um in wenigen Monaten Europa- und Kommunalwahlen bestreiten zu müssen.

Die Gründe für den Absturz? Braks ist erst mal ratlos. „Bei einer Personenwahl wie bei dieser Bundestagswahl braucht es dann auch Personen, die dagegen halten“, formuliert er, um zu schlussfolgern: „Bei uns waren es wohl nicht die richtigen Personen.“

Genau das wird es aus seiner Sicht aber nicht viel leichter machen für die FDP: „Man wird sich programmatisch und personell neu aufstellen müssen“, sagt er zum gleichen Zeitpunkt, als in Berlin Parteivorsitzender Philipp Rösler seinen Rücktritt ankündigt. Braks ist sich bewusst, dass das schwierig wird. „Die liberale Linie gibt es ja. Und personell neu aufstellen bedeutet doch auch nur, das Personal auszutauschen.“ Wichtiger ist für Braks etwas anderes: „Die FDP muss sich drauf besinnen, wem sie sich zugehörig fühlt.“ Soll heißen: die liberalen Grundgedanken müssten stärker in den Vordergrund gerückt werden – unabhängig vom Personal. Und während in Berlin Christian Lindner seine Bereitschaft erklärt, für den Parteivorsitz anzutreten, sagt Braks: „Christian Lindner kann vieles besser machen, aber auch nicht alleine die FDP retten.“ Bundestagskandidat Jörn Langefeld dürfte mindestens letzteres ähnlich sehen. Beim Personal für die Zukunft setzt er eher auf Wolfgang Kubicki oder den Euro-Kritiker Frank Schäffler. Langefeld sieht das Wahlergebnis deshalb mit „einem weinenden und einem lachenden Auge“: „Ich bin froh, dass jetzt ein Neuanfang gemacht werden kann.

Die Partei hadert schon lange mit der Führungsspitze.“ Euro-kritischer und nicht mehr nur als Anhängsel der CDU wünscht sich Langefeld seine Partei – auch, um die an die AfD und CDU verlorenen Wähler wieder zurück zu gewinnen. „Das wird ein langer Weg werden und ich befürchte, dass wir uns so schnell nicht wieder berappeln werden.“ Positiver gestimmt ist Hubert Kast. Der Heimbach Ortsvorsitzende hat mit 8,76 Prozent bei den Zweitstimmen das beste FDP-Ergebnis im Kreis zu verzeichnen. Heimbach gilt sei jeher als FDP-Hochburg. „Bei der Kommunalwahl“, ist sich Kast sicher, „werden die Ergebnisse wieder besser sein. In Heimbach betreiben wir Kommunalpolitik mit Herz und Seele und kennen unsere Wähler.“

Neben Heimbach schaffte die FDP auch in Hürtgenwald, Kreuzau, Langerwehe, Nörvenich und Nideggen den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Aber: Die Einbrüche waren teils dramatisch. Trotz verbliebener 6,2 Prozent verloren die Nideggener Liberalen im Vergleich zur letzten Bundestagswahl über 14 Prozent – die höchsten Verluste im gesamten Kreis. Hier sieht Braks ein Problem auf die Kommunalpolitiker zukommen: „Man kann sich auch als Kommunalpolitiker nicht hinstellen und so tun, als ob nichts gewesen sei.“ Nideggens FDP-Fraktionsvorsitzender Udo Hensch hat das nicht vor. „Wir sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Ich werde deswegen aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Mich spornt so was eher an.“

Schwer zu verdauen ist für die Liberalen eine ganz andere Erkenntnis. Braks, Langefeld und Kast formulieren es fast ähnlich wie die FDP-Landtagsabgeordnete Ingola Schmitz aus Nörvenich: „Die FDP hat ein gutes Programm, einen guten Wahlkampf gemacht und den Bürgern gute Inhalte angeboten.“ Bleibt die Frage, warum die liberale Partei dennoch so ein desaströses Wahlergebnis eingefahren hat. Vielleicht gibt es eine einfache Antwort: Politik der FDP mit Herz und Seele mag der Wähler in Heimbach erkennen, auf anderen Ebenen aber möglicherweise vermisst haben.

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