Düren/Heimbach - Die eigene Ehefrau grün und blau geschlagen

WirHier Freisteller

Die eigene Ehefrau grün und blau geschlagen

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Düren/Heimbach. Wahre Prügelorgien müssen sich 2007 und Anfang 2008 in Heimbach abgespielt haben.

Jedenfalls war am Donnerstag dauernd von gebrochenen Nasenbeinen und Tritten gegen die Rippen die Rede, als die Staatsanwältin im großen Saal des Dürener Amtsgerichts die umfangreiche Anklageschrift verlas.

Verantworten müssen sich zwei Männer - Vater und Sohn - wobei dem Sohn mit Abstand die grausameren Gewalttaten vorgeworfen werden. Der 37-Jährige soll in Heimbach im Juli 2007 abends einen Mann ohne Vorwarnung 15 bis 20 Mal ins Gesicht geschlagen haben, dann, als das Opfer zu Boden ging, mehrfach gegen den Kopf des Opfers getreten haben. Aus Ohren, Nase und Mund soll der Mann geblutet haben.

In einem anderen Streit soll er mit seinem Vater einen Mieter verprügelt und dann einen vier Meter hohen Abhang hinunter gestoßen haben. Unten soll er noch auf sein Opfer eingeprügelt haben.

Von Juli bis Oktober 2007 schlug der Angeklagte, laut Staatsanwältin, mehrfach seine Frau. Mal angeblich ins Gesicht, mal soll er ihr mit beschuhtem Fuß in den Rücken getreten haben, damit sie eine Treppe hinunter fiel, mal soll er ihr ins Gesicht getreten, mal im Bad ihren Kopf gegen die Kacheln geschlagen haben, mal soll er sie mit dem Messer bedroht, mal sie mit beiden Händen gewürgt haben.

Im Dezember 2007 schlug er einen weiteren Mann. Ergebnis: Nasenbeinfraktur. Es war vor Gericht von diversen Verprügelten die Rede, man konnte leicht den Überblick verlieren.

Der Angeklagte fand sich teilweise zu Unrecht beschuldigt: Zugetreten habe er nie, und schon gar nicht so heftig. Die Fotos, die Richter Hans-Georg Wingen von den Opfern vorlegte, zeigten schwere Verletzungen. „Das hat der nicht von mir”, so der Angeklagte einmal.

Vor Gericht traten Heimbacher auf, von denen der Richter annahm, sie könnten etwas von den Prügeleien mitbekommen haben. Doch einer nach dem anderen beteuerte, rein gar nichts gesehen zu haben. „In Heimbach ist was los”, meinte Wingen seufzend, und dann: „Und wenn mal was los ist, hat keiner was gesehen”.

Die Leute hätten Drogen konsumiert und diese auch seiner Freundin angeboten. Und auch seine Ehefrau habe schließlich Drogen konsumiert, brachte der Angeklagte vor. Er leugnete durchaus nicht alle Misshandlungen.

Sein Anwalt gab zu bedenken, dass dem Angeklagten seine beiden Kinder von den Behörden zur Obhut übergeben wurden. „Er würde die Kinder sowieso nie rausgeben”, meinte dazu die Ehefrau.

Ein Urteil gab es am Donnerstag nicht. Ob die Opfer übertreiben, oder ob der Angeklagte tatsächlich so oft so hart zugeschlagen hat, das muss das Gericht am Dienstag, 25. August, ab 14 Uhr herausfinden. Dann wird auch das Urteil gesprochen. Die Verhandlung ist öffentlich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert