Die Ehefrau fast mit dem Messer getötet

Von: Ottmar Hansen
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Düren. Weil er seine Ehefrau mit einem Steakmesser töten wollte, sie letztendlich aber nur schwer am Knie verletzte, ist ein 66 Jahre alter Betriebsschlosser aus Langerwehe am Dienstag vom Amtsgericht Düren zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

Nächsten Monat hätte das Ehepaar Silberhochzeit feiern können. Doch die Ehe stand offenbar unter keinem guten Stern. Seit Jahren habe der Angeklagte seine Frau brutal geschlagen und getreten, ihr Körper sei ständig von blauen Flecken überzogen gewesen, berichteten die Schwester und die Stieftochter des 66-Jährigen übereinstimmend. Immer wieder habe er seiner Frau gedroht: „Ich steche dich ab!”

Vor Jahresfrist eskalierte die Situation. Anlass war, dass die Ehefrau häufig telefonierte. „Selbst an meinem Geburtstag konnte mich niemand erreichen, weil die Leitung immer besetzt war”, beklagte sich der 66-Jährige vor Gericht. Da habe er bei der Telekom das „Anklopfsignal” bei eingehenden Anrufen beantragt. Um auszuprobieren, ob dieser Dienst auch funktioniert, sollte die Schwester bei ihm anrufen. Doch irgendwie muss der 66-Jährige dann die Geduld verloren haben. Er nahm das Messer vom Tisch und ging auf seine Frau los. Diese konnte die ersten Angriffe noch abwehren, dann stach ihr der massige Mann die Klinge ins Knie. Anschließend ging er ins Nebenzimmer und setzte sich vor den Computer.

Seine Frau musste im Krankenhaus operiert werden. Richter Hans-Georg Wingen wirkte vergeblich auf den Angeklagten ein, er möge seine Tat vollständig gestehen und so seiner Frau den Auftritt vor Gericht ersparen. Der 66-Jährige leugnete jedoch jede Tötungsabsicht, bestand darauf, nur aufs Knie gezielt zu haben. So musste auch die Frau aussagen. Mit dem Ergebnis, dass Staatsanwalt Robert Deller das geforderte Strafmaß von 2,5 auf 3,6 Jahre Haft erhöhte. Anwalt Marcus Weiß plädierte auf zwei Jahre mit Bewährung. Das Schöffengericht entschied auf drei Jahre Haft.
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