Die Diebestour eines jungen Mannes endet im Gefängnis

Von: Margret Vallot
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Düren. Fast wären am Donnerstag Staatsanwältin und Richterin beim Sortieren der Straftaten durcheinander gekommen. Denn in Düren stand ein junger Mann vor Gericht, der im Sommer und Herbst letzten Jahres Tag für Tag durch Düren gefahren ist mit praktisch nur dem einen Wunsch: irgendwo einzubrechen.

Der 25-Jährige stammt aus Heidelberg und ist seit zehn Jahren süchtig, seit fünf nach Heroin. Um sich den Stoff, den er so dringend braucht, besorgen zu können, musste er an Wertgegenstände kommen, koste es was es wolle.

So klaute er im Juni in Düren in einem Restaurant einem Mann die Brieftasche, er brach in eine Gartenlaube ein und nahm Geld mit, er brach in eine Garage ein. Er ließ teure Fahrräder mitgehen, schlug an Autos der Luxusklasse Scheiben ein um an Wertgegenstände zu kommen, er schlug auch mal Scheiben ein und wurde überrascht, lief dann ohne Beute weg. Immer wieder hebelte er Garagentüren auf.

Im September und Oktober 2011 warf er einen Stein in eine Scheibe vom Haus der Stadt, ließ Notebooks, Handfunkgeräte und Geld mitgehen, er brach in eine Firma ein und knackte Türen und Spinde, nahm Geld und elektronische Geräte mit. In der nächsten Firma waren es ebenfalls Computer und auch Handys.

Im Krankenhaus Düren fand er drei Euro, ein Sparschwein, dazu einen Monitor. In einem Schnellrestaurant - da hatte er sich mit Pfefferspray ausgestattet - ließ er Bargeld und ein Handy mitgehen, und im Oktober war es dann eine Bildungseinrichtung, wo er den Getränke-Automaten knackte.

Bei all den Einbrüchen in Düren, von denen hier nicht alle aufgezählt werden können, war meistens der Sachschaden deutlich höher als der Wert der Beute. Einmal fand er sogar in einer Wohnung eine Scheckkarte mit der Geheimzahl. Prompt holte er sich bei der Sparkasse 250 Euro von dem fremden Konto.

Als die Richterin die vielen Vorstrafen und Therapie-Versuche des Mannes aufzählte, konnte man den Eindruck haben, es mit einem hoffnungslos Süchtigen zu tun zu haben. Ob ihn ein Gefängnisaufenthalt „heilen” wird? Der Angeklagte jedenfalls sagte vor Gericht kaum etwas.

Kein einziger Zeuge musste vernommen werden, denn alle Taten wurden zugegeben. Er könne sich aber nicht mehr an alles erinnern, sagte sein Anwalt. Und im Schlusswort beteuerte der Mann: „Ich habe mich bei den Therapien wirklich so gut ich konnte bemüht, aber ich hatte nicht die Fähigkeiten.”

Die Staatsanwältin wollte ihn zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter schicken. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Anne Utzelmann hielt eine Strafe von zwei Jahren für angemessen.
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