Die Biologen schlagen Alarm: Feldvögel in Gefahr

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„Nennenswerte Restbestände gibt es nur noch in der Zülpich-Jülicher Börde“: Der Bestand der Rebhühner in NRW hat von 2006 bis 2012 um 45 Prozent abgenommen. Foto: imago/blickwinkel

Kreis Düren. Biologen schlagen Alarm: Die Bestände vieler bekannter Feldvogelarten wie Rebhuhn, Star, Feldlerche, Spatz und Kiebitz sind in Nordrhein-Westfalen dramatisch zusammengebrochen. Das ist das Ergebnis eines von der Biologischen Station Düren veranstalteten Workshops „Agrarvögel“, bei dem im Rathaus der Stadt Nideggen mehr als 80 Teilnehmer über die Zukunft der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft diskutierten.

Der Rückgang vieler Vogelarten des Offenlandes ist umfangreich dokumentiert und zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge.  Grund sei die zunehmende Zerstörung ihrer Lebensräume durch Bebauung und Intensivierung der Landwirtschaft.

Beispiel Rebhuhn: Wie Dr. Jürgen Eylert von der Forschungsstelle für Jagdkunde berichtete, hat der Bestand dieses früher weit verbreiteten „Allerweltsvogels“ alleine von 2006 bis 2012 in NRW um mehr als 45 Prozent abgenommen. „Nennenswerte Restbestände gibt es praktisch nur noch in der Zülpich-Jülicher Börde, doch auch dort wird der Bestand immer lückenhafter“, sagte der Experte.

Kaum besser sieht es für Kiebitz, Grauammer und Feldlerche aus, deren Populationen in NRW seit den 80er Jahren um mehr als 70 Prozent abgenommen haben. „Im Münsterland und anderen Regionen sind diese Arten bereits großflächig verschwunden“, berichtete Bettina Fels von der Vogelschutzwarte des Landes NRW. Akut gefährdet ist auch der Star mit einem Rückgang von mehr als 80 Prozent.

Ursachen für den Rückgang – darin waren sich alle Teilnehmer des Workshops einig – seien Lebensraumverluste durch Bebauung und die Intensivierung der Landwirtschaft. „Der Verlust von Grünland und Brachflächen, verstärkter Anbau von Energiemais sowie modernste Ernte- und Anbaumethoden haben dazu geführt, dass Feldvögel vielerorts einfach keine Nahrung mehr finden“, ist Heidrun Düssel-Siebert, Geschäftsführerin der Biologischen Station im Kreis Düren, überzeugt.

Hinzu komme der Verlust des typischen Charakters der bäuerlichen Kulturlandschaft durch den Bau von immer neuen Umgehungsstraßen, Biogasanlagen oder Windparks.

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