Die Bagger stehen für Stunden still

Von: pan/bugi
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Inden/Hambach. Nach den Kollegen vom Tagebau Inden haben am Freitag mit Beginn der Frühschicht auch die Mitarbeiter von RWE Power im Tagebau Hambach gestreikt.

Drei Stunden dauerte der Warnstreik, mit dem die Forderung nach 6,5 Prozent mehr Gehalt unterstützt werden sollte. Auch von den morgendlichen Minustemperaturen lassen sich die Beschäftigten nicht abschrecken. Sie harren aus und werden im Januar weiter streiken, wenn der Arbeitgeber sein bisheriges Angebot nicht nachbessert.

Schon tags zuvor standen die Bagger im Tagebau Inden still. Der Temperatur von Minus fünf Grad angepasst, herrscht eine frostige Stimmung bei den RWE-Mitarbeiter. Die ersten sammeln sich schon an der Zufahrt mit Pechfackeln in der Hand. An der Pforte wächst die Menge binnen Minuten stetig an.

Es wird zum ersten Mal in der Geschichte des Konzerns gestreikt, was auch bei den Organisatoren für Unruhe sorgte. Nach fast drei Stunden fällt das positive Fazit: „Einige Hundert haben trotz eisiger Kälte gezeigt, dass sie bereit sind für den Arbeitskampf”, lobt Streikleiter Herbert Braun die Tagebaumitarbeiter. Auch wenige Hundert Meter weiter werden die Streitflöten geblasen. An der Ausbildungswerkstatt verharren über 300 Menschen in den frühen Morgenstunden. Etwas später begann die Aktion im Kraftwerk, wo zwischen altem Pförtnerhaus und Verwaltung die gleiche Zahl Mitarbeiter protestiert.

„Es herrscht tarifpolitische Eiszeit”, ruft der Betriebsratsvorsitzende des Kraftwerks, Michael Lehmann, seinen Kollegen zu. Drei Prozent Lohnerhöhung für 16 Monate und eine Einmalzahlung von 1000 Euro bieten die Arbeitgeber. „Zu wenig”, sagt Lehmann, schließlich fahre der Konzern seit Jahren Rekordgewinne ein. Diese gelte es, gerecht zu verteilen, also wollen die RWE-Mitarbeiter ein größeres Stück vom Gewinnkuchen haben.

Helten: Gerecht verteilen

In diese Kerbe schlägt auch tags drauf Joachim Helten, der im Tagebau Hambach Vorsitzender der Vertrauensleute für die IGBCE ist. Helten forderte ebenfalls, dass der RWE-Kuchen, der von allen Mitarbeitern gebacken werde, auch gerecht verteilt werden müsse. Bis zum neuen Jahr sind keine weiteren Aktionen geplant. Die Tarifkommission tagt wieder am 11. Januar und entscheidet dann, ob eine Urabstimmung folgen soll.
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