Die Awo-Kitazeiten werden flexibler

Von: ab
Letzte Aktualisierung:
awo_kigabu
In einer ganztägigen Arbeitssitzung setzten sich AWO-Vorsitzender Johannes Veith und die Leiterinnen der AWO-Kitas mit dem CDU-Vorschlag, Kitas von sechs bis 22 Uhr zu öffnen, auseinander. Foto: Andreas Bongartz

Düren. „Völlig unmöglich!” Johannes Veiths erste Reaktion auf die Forderung des Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Thomas Floßdorf, Kindergärten von sechs bis 22 Uhr zu öffnen, war alles andere als erfreut.

Mittlerweile sieht das etwas anders aus, der Vorsitzende des Kreisverbandes Düren der Arbeiterwohlfahrt würde die Frage nach derartigen Öffnungszeiten nun wohl mit einem klaren „Jein” beantworten.

Jein, weil die AWO als größter Träger Dürener Kindergärten grundsätzlich bereit ist, Floßdorfs Wunsch mitzutragen. Jein, weil der AWO-Vorsitzende und die Leiterinnen der AWO-Kitas aber bestimmte Bedingungen an eine Realisierung knüpfen. Im Rahmen einer Arbeitssitzung diskutierte man bei dem Träger jetzt flexible Angebotsformen in den eigenen Kindertageseinrichtungen.

„Nicht um jeden Preis”

„Mit 14 Kitas sind wir ein wichtiger Partner für die Politik und können uns ihrem Willen nicht verschließen”, sagt Johannes Veith. „Wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, dann sind wir ein Partner”, sagt er aber auch. Und: „Wir machen das nicht um jeden Preis.” Soll heißen: Das Wohl der Kinder muss zu jedem Zeitpunkt sicher gestellt sein.

Veiths Befürchtung bei Kita-Öffnungszeiten von sechs bis 22 Uhr: „Wir produzieren Kinder, die Schichtarbeit machen.” So bestünde dann die Gefahr, dass Kinder nicht vor 22.30 Uhr ins Bett kämen und nach wenigen Stunden Schlaf wieder in die Kita gebracht würden. Deshalb sagt man bei der AWO ganz klar, mehr als neun Stunden Betreuung pro Tag sind nicht drin. Man könne flexibel sein, die Kinder früher oder später bringen, müsse sie dann aber auch entsprechend früh oder spät wieder abholen.

Man knüpft weitere Bedingungen an eine Kooperation: So sollte zunächst einmal der Bedarf bei den Eltern nach Öffnungszeiten bis 22 Uhr im Rahmen einer Befragung ermittelt werden. Man müsse zudem wissen, in welchen Stadtteilen der Bedarf am größten ist.

Wenn diese Kriterien erfüllt sind, geht es um die Einrichtung einer Modellgruppe. Dabei komme man nicht an Investitionen vorbei. Es müsste neue Räumlichkeiten geben, eine qualitativ hochwertige Betreuung durch Erzieherinnen muss sicher gestellt sein. „Es kann da nicht um eine unterschwellige Betreuung durch Tagesmütter gehen”, sagt Veith weiter.

Vielmehr müsste eine Kindergartengruppe mit völlig neuem Charakter entstehen, eine familiäre Situation sollte gewährleistet sein. Flexiblere Öffnungszeiten will man der AWO unterdessen schon ab 1. August anbieten. Veith: „Wir werden überall, wo es notwendig ist, schon ab 7 Uhr öffnen und auch länger geöffnet bleiben.” Nicht bis 22 Uhr aber mitunter bis 18 oder 19 Uhr.

Dass es mit der Kooperationsbereitschaft der AWO nun relativ bald eine Kita-Modellgruppe geben wird, die bis 22 Uhr geöffnet hat, davon ist Thomas Floßdorf überzeugt. „Die AWO ist ein verlässlicher Partner und wenn wir einen solchen neuen Weg einschlagen wollen, brauchen wir einen Träger mit viel Erfahrung.”

Die Bausteine für ein neues Kitamodell sind also vorhanden, nun müssen sie nur zu einem Haus werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert