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Die Auffahrten auf die Datenautobahn sind teuer

Von: de/bugi
Letzte Aktualisierung:
DSL-Anschluss
Ein Anschluss für ein DSL-Kabel aus dem Telefon-Festnetz an einem DSL-Router. Foto: dpa

Kreis Düren. In dicht besiedelten Gebieten ist eine schnelle Verbindung ins Internet fast schon selbstverständlich. Auf dem „platten Land” sieht das anders aus. Wenn die Telekommunikationsunternehmen überhaupt hier investieren, dann tun sie das nur, wenn die jeweilige Gemeinde einen Teil der Kosten (für gewöhnlich die Hälfte) übernimmt.

Die Landgemeinden im südlichen Kreisgebiet gehen mit dem Problem unterschiedlich um. Dazu drei Beispiele.

In der Gemeinde Merzenich wurde zunäscht erwogen, 100.000 Euro in die nötige Verkabelung zu stecken, weil der Kreis die gleiche Summe beisteuern will. Mit insgesamt 200.000 Euro ist aber keine befriedigende Lösung zu erreichen. Mindestens weitere 130.000 Euro müsste die Gemeinde zuschustern, damit die Lage in den „unterversorgten” Bereichen deutlich verbessert wird. Dabei bliebt der Ortsteil Morschenich außen vor, weil dort erstens die Versorgung schon jetzt ein erträgliches Niveau hat und weil zweitens die Jahre des Dorfes wegen des Tagebaus gezählt sind. Die zusätzlichen 130.000 Euro kann sich die Gemeinde nicht leisten. Was also tun?

Die SPD-Fraktion hat beantragt, auf den Internetausbau zu verzichten und stattdessen die bereit stehenden 100.000 Euro in die Sanierung von Gebäuden in gemeindlichem Besitz zu investieren. Anlass für die Initiative ist, dass das Vereinsheim des FC Golzheim dringend instandgesetzt werden muss. Knapp 10.000 Euro wären für die allernötigsten Dinge nötig. Die drei anderen Fraktionen schlossen sich im Hauptausschuss der SPD-Initiative an, wobei Einvernehmen darüber besteht, zumindest das neue Gewerbegebiet „Auf der Heide” mit schnelle Internetzugängen auszustatten. Die CDU wollte für diesen Zweck 30.000 Euro „reservieren”, doch wurde schließlich einstimmig beschlossen, keine konkrete Summe vorzusehen. Sobald wie möglich soll der Investitionsbedarf im Gewerbegebiet ermittelt werden. Ferner können bis Ende Juni die übrigen Sport- und sonstigen Vereine ihre Wünsche hinsichtlich ihrer Heime mitteilen.

Auch in Nideggen hat man sich in dieser Woche entschieden, die Breitbandinitiative vorerst zu begraben - nicht zuletzt deshalb, weil die Telekom in naher Zukunft keine Glasfaserkabel in der Gemeinde verlegen will. Überhaupt sind die Möglichkeiten der Kommune begrenzt: Nideggen könnte Leerrohre verlegen, in der Hoffnung, dass ein Anbieter später die Glasfaserkabel einzieht. Für einzelne Ortschaften ist das bereits geschehen. In Brück hat die Telekom ein Leerrohr bereits verlegt. Der Glasfaseranschluss ist aber absehbar nicht geplant. Für Berg und Thuir werden die Rohre momentan verlegt. Kritisch ist die Bereitstellung mit schneller DSL-Verbindungen derzeit besonders in Wollersheim und Abenden. Genau hier wollte Nideggen eigentlich ansetzen und von der aktuellen Anbindung von Vlatten profitieren und den möglichen Abzweig nach Wollersheim selbst finanzieren.

Rund 65.000 Euo pro befestigtem Kilometer hätte die Kommune auf den Tisch beziehungsweise unter die Erde legen müssen - für nichts. Denn noch vor einem Monat hat die Telekom bekräftigt, dass sie in den nächsten Jahren keine Verlegung eines Glasfaserkabels nach Wollersheim in Betracht zieht. Also schaut die Stadt sich jetzt nach Alternativen um.

In der Gemeinde Nörvenich sieht die Lage ganz anders aus. In allen 14 (!) Ortsteilen gibt es bereits Breitbandkabel für Fernsehen und Radio. Das Netz reicht aus, um darüber auch flotte Internetverbindungen herzustellen. Der Betreiber des Kabelnetzes hat sich freilich zu eine entsprechenden Anfrage der Gemeinde noch nicht geäußert. „Wir bleiben aber am Ball”, sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Schüller am Donnerstag.
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