Diät-Fetischisten bekommen bei Lichter ihr Fett weg

Von: Sandra Kinkel
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TV-Koch Horst Lichter in Aktion. Foto: Sandra Kinkel

Düren. An seinen letzten Auftritt in Düren erinnert Horst Lichter sich gerne. „Das war vor dreieinhalb Jahren”, erzählt Deutschlands komischster Fernsehkoch. „Und ich hatte damals überhaupt keine Lust zum Lustig sein, weil ich gerade erst von einer Reise für die Welthungerhilfe in Madagaskar zurück gekommen war. Aber es war echt schön bei euch.”

„Echt schön” war es am Samstagabend auch, als der 48-jährige Lichter in der Arena Kreis Düren sein aktuelles Programm „Kann den Butter Sünde sein?” vor knapp 1000 Zuschauern vorstellte. Lichter, in weißem Hemd mit offener Fliege, schwarzer Hose, weißen Socken und Lackschuhen, war bester Laune und ging sofort mit seinem Publikum auf Tuchfühlung. Besonders ein älterer Herr in der ersten Reihe hatte es ihm angetan („Du siehst aus wie mitgebracht!”), der Mann wurde mit allen möglichen Leckereien aus Lichters kleiner Bühnenküche bedacht.

Wobei, gekocht wurde bei „Kann denn Butter Sünde sein?” eigentlich nur wenig. Gleich zu Beginn der Show kreierte der Star-Koch eine „achte Todsünde” und zauberte aus selbst gemachtem Karamell, Kakaolikör und Sahne einen Nachtisch, der mit einem Stück Banane serviert wurde. Lichter, der von sich selbst sagt, „Staatsfeind Nummer eins” von Diätorganisationen und Pate jeder zweiten in Deutschland geborenen Kuh zu sein, bekannte sich zu etwas rundlicheren Frauen („Ich mag keinen lebenden Knorpel auf Stöckelschuhen!”).

Der Fernsehkoch glaubt, dass Gott gewollt hat, dass die Menschen sich von Kaninchen etwas anderes abschauen als das Fressverhalten. Vor diesem Hintergrund ist es wohl auch als Kompliment zu werten, als Lichter zu einer seiner Zuschauerinnen sagt: „Du bist aber auch nicht gerade ein Knochen-Mobile.” Klar, dass der Mann eine Aversion gegen alle Worte mit „mager” hat, wozu auch „Maccaroni” zählen und auch Gesundheitsapostel nicht gerade zu seinen Freunden zählen. „Heute muss doch alles gesund und lactosefrei sein. Meint ihr denn vielleicht, Jopi Heesters wäre so alt geworden, weil er vor hundert Jahren mit dem Müsli-Essen angefangen hat? Das hatten die damals noch gar nicht!”

Ansonsten bot Lichter noch einen kurzen Querschnitt durch die Essgewohnheiten der Deutschen der letzten 60 Jahre („In den 90er kamen die Fertiggerichte für Singles. Ich frag´ mich nur, was zuerst da war: Die Singles oder die Fertiggerichte?”), es ging um griechischen Metaxa, Sterneköche - kurzum: TV-Kollegen, Ernährungswissenschaftler, Prominente, Diätfetischisten, Magermodells und er selbst bekommen bei „Kann denn Butter Sünde sein” ihr Fett weg. Den Zuschauern in Düren hat´s gefallen. Von Anfang an gab´s viele Lacher und noch mehr Applaus. Lichter hat den Nerv der Dürener getroffen.
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