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DFB-Pokal: Dürener steht gegen Hannover 96 auf dem Platz

Von: Sandra Kinkel
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Zwei Welten: Fußballer Alexander Monath aus Düren im Tor des Bonner SC ... Foto: imago/Horstmüller
Monath
... und hier vor dem Dürener Rathaus, seinem neuen Arbeitsplatz. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Nervös ist Alexander Monath nicht. Das sagt er jedenfalls. Aber eine gewisse Anspannung streitet er nicht ab. „Das Stadion ist ausverkauft, unser Gegner ist ein Bundesligist. Das ist etwas Besonderes“, sagt der junge Mann. Der 23-jährige Lendersdorfer ist Torwart beim Bonner SC und trifft Sonntagnachmittag mit seiner Mannschaft in der ersten Runde des DFB -Pokals auf Hannover 96.

Rund 10.100 Fußball-Fans werden im Stadion erwartet, Alexander Monath spricht von einer „einzigartigen Kulisse“. „Wir haben wirklich ein super Los erwischt“, sagt der Dürener. „Und wir rechnen uns gegen Hannover auch durchaus Chancen aus.“

Alexander Monath hat mit fünf Jahren angefangen, Fußball zu spielen und fast genauso lange ist er auch schon Torwart. „Das war immer meine Lieblingsposition. Als Torwart ist man zwar Teil der Mannschaft, aber man ist ein Stück weit auch Einzelkämpfer und macht sein eigenes Ding. Jeder Fehler wird sofort bestraft. Das reizt mich.“

Monaths erster Verein war Alemannia Lendersdorf, mit elf Jahren ist er zur Jugend von Schalke 04 gewechselt. „Ich war in den Ferien in einem Camp einer Fußballschule und bin dort von einem Scout von Schalke entdeckt worden.“ Drei Jahre hat er, obwohl eigentlich „Dortmund-Sympathisant“, bei den Blau-Weißen gespielt. „Die Möglichkeiten, die ich da hatte, waren einmalig“, sagt er rückblickend. „Und ich bin meinen Eltern heute noch sehr dankbar, dass sie mich vier bis fünfmal pro Woche zum Training nach Gelsenkirchen gebracht haben.“ Irgendwann habe ihm bei Schalke jedoch die Zukunftsaussicht gefehlt.

„Ich habe zwar unglaublich viel gelernt, aber es hat die Perspektive gefehlt. Ich war kein Stammspieler, deshalb habe ich gewechselt.“ In der B- und A-Jugend hat Monath in Bonn gespielt und mit seiner Mannschaft in der Deutschen Jugend-Bundesliga gekickt. Danach ist er zu Fortuna Köln gewechselt, später zur Viktoria der Domstadt und in dieser Saison wieder zurück zum Bonner SC.

„Ich hatte auch bei den beiden Kölner Klubs für meinen Geschmack zu wenig Spielanteile, weil ich nur der zweite Torwart war. Irgendwie verliert man dann auch ein bisschen die Motivation.“ Gleichzeitig sei ihm sehr bewusst gewesen, dass man als Fußballer in der Regionalliga oder auch in der dritten Liga nie genug verdienen würde, um für sein Leben ausgesorgt zu haben.

„Es war Zeit, einen Berufswechsel anzustreben“, sagt Monath. „Deswegen beginne ich im September ein duales Studium bei der Stadt Düren.“ Dass Profisport und Verwaltungsarbeit ein Widerspruch sind, findet Monath nicht. „Als Profi hat man ein ziemlich unsicheres Leben. Als Mitarbeiter einer Stadtverwaltung ein sehr sicheres. Das ist für mich ziemlich reizvoll.“

Dass dann auch noch das Angebot vom Bonner SC kam, war für Monath ein echter Glücksfall. „Ich kann weiter in der Regionalliga Fußball spielen, das Training findet nur abends statt, so dass ich das gut mit meiner Ausbildung vereinbaren kann. Und ich bin Torwart Nummer eins. Das ist perfekt.“

Junge Spieler schützen

Im Internet wird Monaths Marktwert mit 50.000 Euro gehandelt, er selbst kann über solche Summen nur schmunzeln. „Für mich ist erst einmal eine Ablösesumme gezahlt worden. Und das ist auch gut so.“ Von solchen unglaublichen Summen, wie die 222 Millionen Euro, die der brasilianische Fußballprofi Neymar gebracht hat, hält er nichts. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute klar im Kopf bleiben, wenn es um solche Summen geht. Ich finde, da sollte man die jungen Spieler schützen.“

Mit dem Bonner SC will er möglichst früh den Klassenerhalt schaffen – fast alle seiner Teamkollegen studieren oder machen eine Ausbildung. In den ersten beiden Meisterschaftsspielen hat die Truppe vier Punkte geholt. „Das ist ein ordentlicher Start“, so Monath. Und der gelingt der Mannschaft von Trainer Daniel Zillken ja vielleicht auch am Sonntag beim Auftakt des DFB-Pokals.

„Wir wollen möglichst lange zu null spielen und die Hannoveraner so nervös machen“, sagt Monath. Besonders vorbereitet hat sich der Dürener auf die Partie nicht. Die Schusstechnik der Hannoveraner Stürmer Martin Harnik, Niclas Füllkrug und Charlison Benschop hat er jedenfalls nicht eigens studiert. „Wir wollen unser Spiel durchziehen“, sagt Monath. „Und wir freuen uns sehr auf die Partie.“

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