Der „Wilde Weg“: Ein barrierefreier Naturerlebnispfad

Von: Beate Weiler-Pranter
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In „Vor-Kopf-Bauweise“ wird der 200 Meter lange und bis zu zwei Metern hohe Holzsteg im Wald errichtet. Foto: Beate Weiler-Pranter

Heimbach. Bereits auf Wanderkarten aus dem Jahr 2008 war dieser Rundweg als geplantes Projekt eingezeichnet. Jetzt nimmt der barrierefreie Naturerlebnispfad „Wilder Weg“ konkrete Formen an. Ab Mitte nächsten Jahres können Besucher – egal ob jung oder alt, ob mit oder ohne körperliches Handicap - den „Erlebnisraum Wald“ mit allen Sinnen eigenständig entdecken. „Ein neues Highlight für die Nationalparkregion Eifel.“, sind sich die Initiatoren sicher.

Am Parkplatz Kermeter, wo die knapp zwei Kilometer lange, barrierefreie Entdeckerroute startet, war nun Baubeginn. Hier wurden die ersten Elemente eines 200 Meter langen Holzstegs mit riesigen Schraubgewinden im Boden verankert.

„Einmalig in Deutschland“

„Diese bodenfreundliche Bauart ist einmalig in ganz Deutschland.“, betonte Henning Walter, Leiter der Nationalparkverwaltung, beim symbolischen ersten Spatenstich. Im Nationalpark werde kein Beton verbaut, versicherte er. Stattdessen setzen die Organisatoren auf „Ökologie“ und „Langlebigkeit“. Deshalb besteht die Basis des Holzstegs aus extrem hartem Robinienholz. Auf diesen Holz-Böcken, die – je nach Bodenbeschaffenheit – mit 90 bis 130 Zentimeter langen Schraubdübeln im Erdreich fixiert werden, lagern dann massive Eichenbalken, die eine Lauffläche aus Douglasienholz tragen.

„Vor-Kopf-Bauweise“

Damit sich der Waldboden bei den Baumaßnahmen nicht verdichtet, rücke der Minibagger in „Vor-Kopf-Bauweise“ voran, erklärt Walter das Konzept: Sobald das nächste Brückenelement steht, rollt der Bautrupp 2,5 Meter weiter. Solange, bis der hölzerne Steg in den Rest-Weg aus heimischer Grauwacke mündet. Auf der Strecke bis dorthin werden immer wieder urig gewachsene Baumstämme in die Konstruktion, dessen Einzel-Elemente in der Holzbau-Werkstatt der Nationalparkverwaltung vorgefertigt wurden, integriert.

Dieser hölzerne Steg gewähre ungewöhnliche Einblicke in die Natur, die in zwei Metern Höhe am Rand einer Windwurffläche gipfeln, führte Michael Lammertz aus. Zehn interaktive Erlebnis-Module sind auf dem Wanderweg eingeplant. Gleich viersprachig – in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch – werden Baumhöhlen, Pilzstationen, Ruhe- und Forschungszonen – erklärt. Zudem wird es erklärende Hinweise in Blindenschrift geben, erläutert Projektleiter Tobias Wiesen. „Denn jeder, egal ob behindert oder nicht, soll an den Stationen die gleiche Informationstiefe erhalten.“

Beim Wettbewerb „ErlebnisNRW – Die besten Ideen für Tourismus und Naturerlebnisse in NRW“ konnte das Nationalpark-Team mit ihrem Kermeter-Projekt „Wilder Weg“ offensichtlich perfekt punkten. Somit sind die Realisierungskosten in Höhe 1,1 Millionen zu 80 Prozent gefördert: 50 Prozent steuert der „Europäische Fonds für regionale Entwicklung“ zu und mit 30 Prozent beteiligt sich das Land NRW. Die restlichen 20 Prozent werden von der Nationalparkverwaltung beziehungsweise dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW finanziert.

Von September bis März

Den herbstlichen „Spatenstich“ haben die Planer ganz bewusst gewählt. Denn ihr so genanntes „Bauzeiten-Fenster“ reicht nur von September bis maximal März. In den restlichen Monaten würden die Brut- und Aufzuchtzeiten der heimischen Waldtiere empfindlich gestört.

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