Düren - Der Vater der Annakirmes-Kompanie

Der Vater der Annakirmes-Kompanie

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
Platzmeister Achim Greiff vor
Platzmeister Achim Greiff vor einem der bekannten Fahrgeschäfte, dem Octopussy. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Achim Greiff hat derzeit wieder mal seinen Zweitwohnsitz bezogen. Eigentlich wohnt er in Birkesdorf, dieser Tage aber ist er quasi übergesiedelt auf den Annakirmesplatz an der Aachener Straße. Greiff, 48, ist der Platzmeister.

Bei ihm laufen alle Fäden zusammen, er kennt die Schausteller, weiß, wo die Fahrgeschäfte und Buden aufgebaut werden und auch, wo im Notfall ein zusätzliches Stromkabel für die Kaffeemaschine aufgetrieben werden kann. Wenn Greiff nicht männlich wäre, könnte man ihn als die Mutter der Kompanie bezeichnen.

Der Ur-Dürener ist beim Vermessungsamt der Stadt Düren beschäftigt und seit drei Jahren Herr des Platzes. Auch wenn die in ganz Deutschland bekannte Kirmes erst am nächsten Samstag beginnt, verbringt er jetzt schon seine Arbeitstage auf dem Platz. Längst sind die ersten Karussells da, Buden, große und kleine Fahrgeschäfte. Der Platz wächst. Er wächst von Stunde zu Stunde.

Wie immer kommen viele Schaulustige, um sich den Aufbau live und in Farbe anzusehen. Greiff kennt das. Seine Familie macht das auch so. „Meine Mutter hat mich mit auf den Platz genommen, da habe ich noch im Kinderwagen gelegen”, sagt er. Schon in dieser Zeit hat er eine ganz wichtige Regel gelernt: „Über den Platz geht man gegen den Uhrzeiger.”

Warum? Keine besondere Begründung. Es ist einfach so. Wenn heute weitere große Fahrgeschäfte von der zu Ende gegangenen Kirmes in Düsseldorf kommen, hat Achim Greiff wieder jede Menge zu tun. Fahrgeschäfte einweisen, Fragen beantworten, Telefonate führen. Es kann durchaus sein, dass er jetzt alle paar Minuten einen Anruf auf dem Handy bekommt.

So ist das. So ist das Leben eines Annakirmes-Platzmeisters. Lange bevor die ersten Lkw an der Aachener Straße anrücken, steht fest, welche Beschicker zugelassen sind - und welche nicht. Auch wenn die Zahl der Bewerbungen leicht rückläufig ist: es waren immer noch 885 (Vorjahr 932). 885 Wünsche, 885 Hoffnungen. Die Annakirmes ist nach wie vor eine wichtige, für viele die wichtigste Einnahmequelle des Jahres. Greiff plant und überlegt, welche Mischung an Buden und Fahrgeschäften die beste ist - am Ende aber entscheide der Steuerausschuss, wer kommen kann - und wer nicht.

Auf die Frage, ob der Job des Platzmeisters ein Traumjob ist, antwortet Greiff: „Man träumt davon!” Kommen alle großen, attraktiven Fahrgeschäfte, greift das Sicherheitskonzept, wie wird das Wetter?

„Es ist ein hoch interessanter Job”, sagt Greiff, der früher ein guter Torwart bei Viktoria Arnoldsweiler war und immer noch gerne kickt. Geht derzeit aber nicht. Sportverbot. Zu gefährlich. Statt auf dem Fußballplatz steht Greiff auf dem Kirmesplatz. Eben sein zweites Zuhause. Zumindest bis zum Ende des Rummels.

Lust auf die Annakirmes? Dann gewinnen Sie doch einen Blick hinter die Kulissen.


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