Hürtgenwald - Der Schulverweigerer beschäftigt jetzt den Landrat

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Der Schulverweigerer beschäftigt jetzt den Landrat

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Hürtgenwald. Der Fall des 16-jährigen Schulverweigerers, der von vier Polizisten und zwei Amtsleitern unter Zwang zur Realschule in Kleinhau gebracht und dabei verletzt wurde, beschäftigt jetzt auch den Landrat.

Wolfgang Spelthahn ist Leiter der Kreispolizeibehörde und ließ mitteilen, dass er zwar die Darstellung der Beamten für richtig hält, dass jedoch Fragen bleiben. „Nach meinen Kenntnissen”, so schreibt der Landrat, seien Mutter und Sohn vorab davon informiert worden, dass eine zwangsweise Vorführung droht.

Freitag um 7 Uhr sei der Schüler im Haus der Mutter nicht angetroffen worden, wohl aber bei seiner Freundin. Zunächst sei der Junge kooperativ gewesen, hätte aber beim Verlassen des Hauses „plötzlich und unerwartet” die Flucht ergriffen. Und zwar in Richtung vielbefahrene Bundesstraße. Nach nur wenigen Metern sei er auf glattem Eis gestürzt. Dabei hätte er sich verletzt.

Noch auf dem Boden liegend habe der Junge sich „mit einem Ellenbogenschlag gegenüber den Beamten” heftig zur Wehr gesetzt. „Zum Eigenschutz und zum Schutz weiterer Fremdgefährdung”, so schreibt der Landrat, habe man ihm Handschellen anlegen müssen. Man habe ihn dann direkt zur Schule gebracht und dort der Mutter übergeben.

Spelthahn meinte am Mittwoch auf Nachfrage, die Darstellung der Mutter und der Augenzeugen lasse es auch zu, von einem Fehlverhalten der Polizisten auszugehen.

Die Mutter und ein Beobachter der Vorgänge hatten sich in der Redaktion gemeldet und die Angelegenheit ganz anders geschildert. Demnach soll der Junge von den Polizisten regelrecht verprügelt worden sein. „Fragen werden wir nicht ausblenden”, so Spelthahn. Deshalb werde weiter ermittelt, um unabhängig von der Schilderung der Polizisten herauszubekommen, „was wirklich passiert ist”. Unterdessen hat die Mutter mit dem Jungen in Düren den schulpsychologischen Dienst aufgesucht, „um zu sehen, wie es jetzt weitergehen kann”.

Heidi Notthoff beteuerte nochmals, sie habe den an den Händen blutenden Jungen, der auch an den Knien und am Rücken verletzt war, an jenem Freitag von der Schule abgeholt. Sie habe ihn sofort zum Hausarzt gebracht und von diesem eine Überweisung für ein Krankenhaus bekommen, wohin sie den 16-Jährigen auch gefahren habe.
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