Der Schlichbach bekommt ein neues Bett

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Die Inde-Aue: Zwölf  Kilomete
Die Inde-Aue: Zwölf Kilometer fließt der Fluss seit 2006 frei durch eine bis zu 300 Meter breite Aue. Südlich von Kirchberg erreicht die Inde wieder ihr altes Bett kurz vor der Einmündung in die Rur. Foto: Archiv/RWE

Schophoven. Nach der Verlegung der Inde 2006 in ihre neue Auenlandschaft zwischen Lamersdorf und Kirchberg wird in den kommenden Monaten auch der Schlichbach zwischen Merken und Schophoven ein neues Bett erhalten.

Die Maßnahme ist notwendig, weil die Abbaukante des Tagebaus Inden den bisherigen Bachverlauf 2013 erreicht, teilt RWE Power mit. Der Schlichbach ist ein kleiner Nebenfluss der Rur, der von mehreren Quellläufen aus der Rureifel gespeist wird. Nachdem er Merken von Süden nach Norden durchquert hat, verläuft er auf etwa 2,5 Kilometern durch das Abbaugebiet des Tagebaus Inden II in Richtung Pier und schwenkt dann auf Schophoven zu.

Die Umlegung wurde nach rund vierjähriger Planung durch die Bezirksregierung Arnsberg im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens mit öffentlicher Beteiligung am 11. Juli 2012 genehmigt. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Umweltverträglichkeit.

In den nächsten Tagen sollen die Arbeiten zur Herstellung des etwa vier Kilometer langen neuen Gewässerabschnitts des Schlichbaches beginnen. Der eigentliche Gewässerumschluss ist im Herbst geplant. Danach wird der Schlichbach in seinem neuen Bett außerhalb des zukünftigen Abbaubereiches fließen. RWE investiert rund eine Million Euro in das Projekt.

Im Zuge der Schlichbach-Verlegung werden auch Abschnitte des trocken gefallenen Mühlenteichs genutzt und zukünftig wieder Wasser führen. Dieser historische Wasserlauf, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen, diente ehemals zur Wasserversorgung der Mühlen in der Region. Der neue Bachlauf wird wieder Teile dieser ökologisch wertvollen Altstrukturen nutzen. Doch auch die neu anzulegende Trasse wird so gebaut, dass sich der Bach in einer breiten Aue entwickeln kann.

Wo Wege und Straßen das Gewässer queren, werden geeignete Brücken errichtet. Mit den anstehenden Planungen und Bautätigkeiten hat RWE Power Firmen aus Jülich und Heinsberg beauftragt. Um mögliche Belästigungen für die Bürger auf ein Minimum zu reduzieren, erfolgt der Transport von Bodenaushub soweit möglich über Betriebsstraßen des Tagebaus.

Bei der ökologisch hochwertigen Rekultivierung der Inde-Aue waren über 400.000 Bäume und Sträucher gepflanzt worden, um die Ufer zu begrünen, sieben neue Brücken überqueren den Flusslauf. In dieser Aue sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten heimisch, die auf der Roten Liste der bedrohten und bestandsgefährdeten Arten stehen. Insgesamt sind mehr als 3500 Arten nachgewiesen.
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