Der neue Direktor des Amtsgerichts legt Wert auf Seriosität

Von: Margret Vallot
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Das Amtsgericht ist seit dem 2
Das Amtsgericht ist seit dem 2. Mai seine neue Wirkungsstätte: Ulrich Conzen. Er kommt aus Eschweiler nach Düren. Foto: Margret Vallot

Düren. Von „Gerichts-Shows”, wie sie in diversen TV-Kanälen den Zuschauern geboten werden, hält er gar nichts, der neue Direktor im Dürener Amtsgericht.

Die würden dem Publikum eine völlig falsche Vorstellung von dem, was sich wirklich vor Justitias Schranken abspielt, geben. Ulrich Conzen legt Wert auf Seriosität.

24 Richter arbeiten in Düren an der August-Klotz-Straße unter einem Dach. Diese 24 Richter sind für rund 200.000 Einwohner im Dürener Südkreis zuständig. Das ist im Verhältnis zu Conzens früherem Arbeitsplatz am Amtsgericht in Eschweiler eine Verdopplung. In Eschweiler sind zwölf Richter für die Einwohner von Eschweiler und Stolberg zuständig.

Viel Verwaltungsarbeit kommt jetzt auf den Juristen zu. Aber auch in der Robe wird er noch arbeiten und Urteile fällen. Conzen ist seit dem 1. Mai übrigens nicht Chef der Dürener Richter, sondern als Direktor des Amtsgerichts Chef der Rechtspfleger und aller anderen Mitarbeiter der Behörde. Außerdem ist er Verwalter des Hauses, und wer das große Gebäude gegenüber vom Hoesch-Museum kennt, kann sich denken, dass es dort ständig etwas zu reparieren gibt. Aktuell wird die Rampe für die Behinderten erneuert.

In seinem Arbeitsleben hat der Neue schon viele Gerichte gesehen. Am Landgericht in Köln, an den Amtsgerichten in Bergheim, Kerpen und Bergisch Gladbach sowie am Landgericht in Aachen hat er Recht gesprochen. Und dazwischen auch noch sechs Jahre lang als Dozent in Bad Münstereifel Rechtspfleger ausgebildet „und dabei selbst viel von den jungen Leuten gelernt”, wie er bereitwillig zugibt. Die Fälle, mit denen es die Juristen in Düren zu tun haben, unterscheiden sich nicht von denen der anderen Gerichte, die Conzen von innen kennenlernen konnte.

Zur jüngst von Innenminister Friedrich angesprochenen angebliche Zunahme der Internet-Kriminalität erklärt der Jurist, man könne durchaus eine Zunahme an Betrügereien feststellen. „Jemand ersteigert etwas im Internet, überweist das Geld, aber die Ware wird nicht zugestellt.” Oder umgekehrt: Die Ware werde dem Kunden geschickt, aber nicht bezahlt.

Oder noch anders: Jemand bestellt an einem fremden Computer für sich Waren, bezahlt nicht, und der ahnungslose Computer-Eigentümer ist der Dumme. Derartiges kommt heutzutage vor. Aber hat es nicht auch früher Betrüger gegeben, die sich Waren via Katalog bestellt und nicht bezahlt haben? Klar, sagt Conzen, nur habe man in diesen Fällen immer etwas Schriftliches in der Hand gehabt.

Ob Internet oder Straßenverkehr, Sexualdelikt oder Drogengeschäfte, Grundbuch- oder Nachlasssachen: Am Gericht sei „das pralle Leben” zu finden. Deshalb interessiere sich auch das Publikum für die Fälle. Und damit niemand sich Illusionen darüber macht, wie es in einer Hauptverhandlung zugeht (nämlich nicht krawallig und mit Zwischenrufen), können Schulklassen in den Zuschauerbänken des Dürener Gerichts Platz nehmen. „Da haben wir nichts dagegen, im Gegenteil”, so Conzen. Die Lehrerinnen und Lehrer „müssen nur auf uns zukommen”. Fragen werden in den Verhandlungspausen beantwortet.
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