Der Nationalpark Eifel feiert Zehnjähriges

Von: Sarah Maria Berners
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Der Nationalpark Eifel feiert seinen zehnten Geburtstag: Die Besucherzahlen im Infopunkt in Zerkall (Bild) und im Nationalpark-Tor in Nideggen sinken, in Heimbach ist die Entwicklung hingegen positiv. Foto: Sarah Maria Berners

Nordeifel. Während die Eifel auf die Marke „Nationalpark“ setzt, führen Fachleute Debatten über den Park. Auch die Meinungen unserer Leser über die Vorgänge im Nationalpark sind sehr unterschiedlich. Nicht alle Aktionen stoßen auf Zustimmung.

Unsere Zeitung hat den Geburtstag zum Anlass genommen, bei den Bürgermeistern von Heimbach und Hürtgenwald sowie der Nideggener Bürgermeisterin nachzufragen, was die Etablierung des einzigen Nationalparks in NRW den Anliegerkommunen bringt. „Immer mehr Gäste suchen keine großen Attraktionen, sondern möchten die Natur in ihrer Ursprünglichkeit genießen“, sagt Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer. Dafür sei der Nationalpark bestens geeignet, und dieses Angebot werde auch angenommen. Vor allem aus dem Großraum Köln/Düsseldorf sowie aus den Nachbarländern kämen immer mehr Besucher.

„Eine Zunahme von Besuchern, die speziell Angebote im Zusammenhang mit dem Nationalpark nutzen, wie zum Beispiel den Wildnis-Trail, lässt sich nachweisen“, sagt Göckemeyer. Die Jugendherberge, Hotels und Privatunterkünfte würden davon profitieren. Damit sichere der Nationalpark Arbeitsplätze.

Dieser Punkt ist auch Heimbachs Bürgermeister Bert Züll wichtig. Neben den touristisch orientierten Betrieben würden auch Zulieferer, Handwerker und Dienstleister vom Nationalpark profitieren. Darüber hinaus sei die Etablierung des Nationalparks mitentscheidend für die Ansiedlung des Ferienresorts Eifeler Tor gewesen. „Hieraus wird die Stadt künftig zusätzliche Einnahmen erzielen“, sagt Züll.

„Jede finanzielle Betrachtung der positiven Auswirkungen des Nationalparks ist aber ungeheuer schwierig“, betont Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch. Die Zusammenhänge seien in allen Facetten kaum verlässlich und nachvollziehbar darstellbar. Zu den positiven Auswirkungen des Nationalparks auf die Gemeinde Hürtgenwald zählt Buch, dass sich das touristische Interesse stark verändert habe. „Aus ‚Fremdenverkehr‘ wurde nachhaltiger Tourismus mit dem Schwerpunkt auf dem Erleben ursprünglicher Natur“, sagt Buch. So seien neue Gästegruppen erschlossen worden, ein Bewusstsein für die regionalen Besonderheiten sei geweckt worden. Buch spricht angesichts der Vernetzungen auch von einer „Steigerung der Lebensqualität für die hiesige Bevölkerung“.

Das Nationalpark-Tor in Nideggen verzeichnet vor allem in 2012 einen starken Besucherrückgang. Kamen 2011 noch 34.443 Menschen, waren es 2012 gut 10.000 weniger. Und die Zahlen sind weiter rückläufig: In den ersten drei Quartalen 2013 fanden 16.746 Personen den Weg ins Tor, im Vorjahreszeitraum waren es 19.201, 2011 27.563 (siehe Infokasten). Die Kosten für das Tor beziffert Göckemeyer auf 70.000 Euro pro Jahr.

In Heimbach entwickeln sich die Besucherzahlen des Nationalparktores laut Verwaltung positiv – auch aufgrund des Ferienresorts. Rund 60.000 Personen kommen bislang jährlich. Die Stadt rechnet mit steigenden Zahlen. In 2013 wurden schon bis September 52.300 Besucher gezählt.

Rückläufig sind die Besucherzahlen am Infopunkt in Zerkall: 2010 kamen 10.594 Besucher, im Folgejahr 11.594, 2012 waren es nur 7.993 Gäste. Buch spricht von einer starken Abhängigkeit vom Wetter.

Ziel für Kanufahrer

„Es ist uns aber gelungen, den Infopunkt Zerkall als attraktives Ziel für Kanufahrten auf der Rur, als Drehscheibe für Radtouren und Wanderungen ins Kalltal nach Simonskall und als Zielort des Wildnis-Trails zu etablieren“, resümiert Buch und er fügt hinzu: „Ich hoffe, dass sich neue Ideen, wie etwa der eines Wohnmobilstandortes in den nächsten Monaten konkretisieren lassen.“ Der Infopunkt kostet die Gemeinde 20.000 bis 25.000 Euro pro Jahr.

In welche Richtung muss sich der Nationalpark entwickeln? „Der Nationalpark muss weiterhin im Blick haben, dass sich wegen des demografischen Wandels auch die Ansprüche an Wanderwege und Angebote verändern“, betont Margit Göckemeyer. Zudem müssten die Interessen der verschiedenen Nutzergruppen berücksichtigt werden. Bert Züll wünscht sich, dass keine neuen Verbote oder Einschränkungen hinzukommen und setzt auf eine gute Besucherlenkung.

„Die Marke ‚Nationalpark Eifel‘ und die Marke ‚Eifel‘ müssen wir künftig noch stärker nutzen“, fordert Züll und setzt dabei auf eine gute Zusammenarbeit der Kommunen und der Nationalparkverwaltung. Auch Axel Buch setzt auf die Weiterentwicklung mit Rücksicht auf alle Interessengruppen. Buch sieht auch nach zehn Jahren noch großes öffentliches Interesse. Er findet es „reizvoll“, die Fortschritte und die Veränderungen zu erkennen – für Gäste ebenso wie für Einheimische.

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