Der nächste große Traum heißt Olympia

Von: Sandra Kinkel
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Autogramme in der Garage: Handball-Europameister Simon Ernst (rechts mit seiner Goldmedaille) hat am Mittwoch zu Hause in Birkesdorf mit alten Freunden und Spielern des Birkesdorfer Turnvereins seinen Triumph von Krakau gefeiert. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Ich habe große Flugangst, aber in Krakau wollte ich unbedingt dabei sein. Und ich war dabei. Es war einmalig.“ Margret Simons lacht. Die rüstige Seniorin ist die Oma des frischgebackenen Handball-Europameisters Simon Ernst (21) aus Birkesdorf.

Sie hat mit ihrer Tochter Marion Ernst und 15.000 Zuschauern in der „Tauron-Arena“ den Triumph der deutschen Nationalmannschaft über Spanien am Sonntag live miterlebt, und sie war selbstverständlich auch am Mittwoch mit von der Partie, als ihr Enkel in der heimischen Garage tüchtig gefeiert wurde. Nach der großen EM-Feier in der Berliner Max-Schmeling-Halle am Montag gab es auch in Birkesdorf eine Meister-Party.

Die F- und E-Junioren des Birkesdorfer Turnvereins, die extra ihr Training haben ausfallen lassen, viele Freunde und Weggefährten waren gekommen, um zu fachsimpeln, zu klönen und jede Menge Autogramme zu bekommen. Klar, dass jeder auch einmal die große Goldmedaille in die Hand nehmen durfte.

„Birkesdorf ist meine Heimat“, sagt der Rückraum-Spieler des Bundesligisten VfL Gummersbach. „Hier ist der Grundstein für meine Karriere gelegt worden. Ich finde es toll, dass die Leute heute alle gekommen sind.“ Dass er mit einem EM-Titel nach Hause kommen würde, hätte Ernst sich vor dem Turnier in Polen niemals träumen lassen.

„Unser Ziel war es, den siebten Platz von der Weltmeisterschaft zu verbessern. Aber nach dem Gewinn des Halbfinals wollten wir natürlich den Titel.“ Apropos Halbfinale: Das hat dem 1,95 Meter großen Sportler einige Stunden Schlaf gekostet.

„Ich bin einfach im Überschwang der Gefühle fünf Sekunden zu früh aufs Feld gerannt. Das war eine saublöde Aktion, aber meine Mitspieler haben mir sofort Mut gemacht, dass der Einspruch der Norweger keinen Erfolg haben würde. Und so war es dann ja zum Glück auch. “

Bis auf die beiden ersten Spiele hat Ernst immer kurze Einsätze gehabt, sogar ein Tor hat er bei der EM geworfen. „Unsere Stärke war der Zusammenhalt in der Mannschaft. ‚Keiner ist größer als das Team‘, haben wir immer gesagt. Und das war auch wirklich so.“ Mit dem EM-Titel hat die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson sich automatisch für die Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich und auch für die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro qualifiziert.

„Olympia ist für einen Sportler absolut das Größte“, sagt Simon Ernst. „Und natürlich will ich alles dafür tun, dabei zu sein. Aber das wird wahnsinnig schwer.“ Für Dagur Sigurdsson zähle nur die aktuelle Leistung. „Der Europameistertitel nützt da nicht viel. Keiner ist automatisch im Olympia-Kader. Alle fangen jetzt wieder bei null an. Die Olympia-Qualifikation ist eine riesige Herausforderung, der ich mich aber sehr gerne stelle.“

Am Sonntag hat Simon Ernst zum ersten Mal wieder Training beim VfL Gummersbach, Aschermittwoch steht das nächste Meisterschaftsspiel an – gegen den Tabellenzweiten THW Kiel. „Das wird schwer“, schmunzelt Ernst. „Aber vielleicht haben wir eine Chance zu gewinnen. Schließlich hat Kiel unglaublich viele Nationalspieler. Vielleicht sind die ja noch ein bisschen müde.“

Vor der Partie in Kiel ist Simon Ernst aber am Freitag noch in Nürnberg beim „All-Star-Game“ dabei, bei der die deutsche Handball-Nationalmannschaft auf eine Best-of-Weltauswahl trifft. Am Samstag steht dann der Besuch beim „Ball des Sports“ der Deutschen Sporthilfe in Wiesbaden auf dem Programm. Außerdem ist die komplette Nationalmannschaft übermorgen zu Gast beim „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. Ehrensache, dass dann auch Oma Margret vor dem Fernsehapparat sitzt.

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