Düren - Der Nachwuchs soll lesen - bloß wie?

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Der Nachwuchs soll lesen - bloß wie?

Von: Ingo Latotzki
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Wenn Jungen und Mädchen selbst zum Buch greifen, ist viel erreicht. Der Dürener Jugendpolitiker Thomas Flossdorf will versuchen, eine Unterstützung von Kindern aus der Bevölkerung heraus zu organisieren. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Thomas Flossdorf treibt seit längerem ein Gedanke um. Kinder brauchen Bücher. Lesen bildet. Wer an Literatur herangeführt wird, hat im Leben bessere Chancen. „Das ist unbestritten und wissenschaftlich belegt”, sagt der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses.

Und weil das so ist, sollen in Düren Kinder mehr und besser mit Büchern in Berührung kommen als bisher. Das ist Flossdorfs Vision.

Wie wäre es, fragt er, wenn alle Dürener die Kinderbücher, die nicht mehr benötigt werden, weil der eigene Nachwuchs aus dem Alter raus ist, „wie wäre es also, wenn diese Bücher gestiftet würden und an Offene Ganztagsgrundschulen oder auch Kindergärten verteilt würden?” Und wenn dann noch Leute da wären, die vorlesen würden. Freiwillige, Ehrenamtler. „Es gibt so viele Menschen”, sagt Flossdorf, „die stehen nicht mehr im Berufsleben, sind aber noch rege und fit und könnten helfen.” Eine Menge Potenzial liege da brach.

Der CDU-Jugendpolitiker, 33, nennt ein Beispiel. Wenn jemand mit Anfang 60 in den beruflichen Ruhestand ginge und fortan mehr Zeit habe, sei er doch geradezu geschaffen dafür, Kindern zu helfen, sie zu unterstützen. „Ältere Menschen können so auch der Gesellschaft etwas zurück geben.”

Dabei will Flossdorf seine Vision nicht nur aufs Lesen reduzieren. In Düren leben mehr als doppelt so viele alleinerziehende Frauen wie in vergleichbaren Städten. Oft keine einfache Situation für die Mütter. Hilfe sei erforderlich. Flossdorf nennt als Stichwort Familienpaten, wie sie auch der Sozialdienst Katholischer Frauen schult. Mehr davon, sagt Flossdorf. Und Hausaufgabenhilfe. Das sei noch so ein Stichwort. „Menschen, die Zeit und Lust haben, könnten viel für den Nachwuchs machen”, findet Flossdorf.

Deshalb treibt ihm der Gedanke um, wie diese Hilfe zu organisieren wäre. Ganz praktisch. „Wir bräuchten einen Punkt, wo man beispielsweise die Bücher abgeben kann und von wo aus sie verteilt werden.” Das Ganze müsse kommuniziert werden. „Wir müssen das Bewusstsein schaffen.”

Einige Angebote gibt es bereits, das weiß der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusse, der an einem Gymnasium in Jülich als Lehrer arbeitet. Sie müssten und könnten ausgebaut werden. Und die, die helfen, müssten das nicht ganz ohne Gegenleistung machen. Freikarten für städtische Angebote könnten eine „kleine Belohnung sein”, sagt Flossdorf. Aber in erster Linie sei Idealismus vonnöten, der Wunsch, Kindern helfen zu wollen.
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