Düren - „Der Mann von La Mancha”: Tolle Inszenierung mit raffinierten Tricks

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„Der Mann von La Mancha”: Tolle Inszenierung mit raffinierten Tricks

Von: ale
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Don Quijote (Kasper Holmboe) und sein treuer Schildknappe Sancho Panza (Volker Metzger) begeisterten das Publikum im Haus der Stadt. Foto: Anneliese Lauscher

Düren. Nicht ganz vollständig besetzt war der Zuschauerraum im Haus der Stadt, als „Der Mann von La Mancha” hereingeritten kam. Dabei hätte die grandiose Aufführung des Musicals ein restlos ausverkauftes Haus verdient gehabt.

Das Stück, das Dale Wassermann 1959 geschrieben hat, mit Musik von Mitch Leigh und Gesangstexten von Joe Darion wurde in New York über 2000 Mal aufgeführt. In Wien und Paris feierte es Erfolge. Jetzt kam es in einer Inszenierung des Grenzland-Theaters nach Düren.

Es erzählt eine Geschichte über den spanischen Dichter Miguel de Cervantes, der gemeinsam mit seinem Diener Sancho Panza eingekerkert ist, der Gotteslästerung angeklagt wird und von einem Inquisitionsgericht vernommen werden soll. Er sei „ein schlechter Dichter, ein Idealist”, so lautet die Anklage. Da bekennt Cervantes sich schuldig. Er führt sein Stück auf in der Hoffnung auf Gnade und bezieht die anderen Gefangenen in sein Spiel mit ein.

Eine gefühlvoll gespielte spanische Gitarre zieht zu Beginn die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Das verträumte melodische Spiel wird rhythmischer, Hände klatschen im Takt, daraus wird ein glutvoller Flamenco. Im Nu verwandelt sich der vornehm gekleidete Cervantes (Kasper Holmboe) in seinen Helden Don Quijote, in den sinnreichen Junker, dem das übermäßige Studium von Ritterliteratur den Verstand vernebelt hat. Er reitet auf seinem Pferd ein, gemeinsam mit seinem Schildknappen Sancho auf dem Esel - eine herrlich witzige Szene.

Dann geht es los mit den wirren Phantasien des Don Quijote, der ein Edelmann sein will und gegen imaginäre Feinde kämpft, der sich im Kampf gegen Windmühlen arge Blessuren zuzieht und verbissen weitermacht, denn „Gerechtigkeit ist mein Gebot”.

Kein gutes Ende

Eine wunderbare Inszenierung mit raffinierten Tricks im Bühnenbau, mitreißende Musik und starke Gesangsstimmen zogen die Zuschauer in ihren Bann. Man amüsiert sich über den Helden, der nach den Worten des Priesters entweder „der weiseste Verrückte” oder „der verrückteste Weise” ist. Er sieht in einer gefangenen Prostituierten (Leila Vallio) seine Dulcinea und erklärt ihr in den blumigsten Worten seine Liebe. Diese fragte Sancho: „Warum folgst du ihm?” Die Antwort ist so einfach wie anrührend, er gibt sie in einem swingenden Lied: „Ich mag ihn.”

Sancho (Volker Metzger) ist ein Schildknappe, ein Inbegriff von Treue und Ergebenheit. Er folgt seinem Herrn, was auch immer geschieht: „Er kämpft, und ich heb ihn wieder auf.” Der „Ritter von der traurigen Gestalt” stirbt, und auch mit Cervantes nimmt es kein gutes Ende: Er wird zum Inquisitionsgericht gerufen.

Im Großen Kursaal in Schleiden-Gemünd kann man das Stück heute noch einmal sehen, die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Übrigens ist Cervantes in Madrid verarmt gestorben. An seinem Todestag, dem 23. April, feiert man in Spanien „el día del libro”, den Tag des Buches, und schenkt sich ein Buch.
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