Nideggen - Der Lengdebohm om Maat muss weichen

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Der Lengdebohm om Maat muss weichen

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
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Nideggen. Die vermutlich 150 Jahre alte Linde auf dem Nideggener Marktplatz muss gefällt werden - sie ist morsch. „Das ist keine leichte Entscheidung gewesen, weil viele Nideggener mit der Linde groß geworden sind”, teilte Bürgermeisterin Margit Göckemeyer am Dienstag in der Ratssitzung mit.

Dass die Linde nicht mehr standsicher ist, wurde festgestellt, als sie jetzt vom Bauhof rechtzeitig zum Frühjahresbeginn gestutzt wurde.

Die Linde auf dem Marktplatz hat in Nideggen eine Jahrhunderte alte Tradition, wie Lokalhistoriker Franz-Josef Brandenburg weiß: „Schon im Mittelalter hat man in Nideggen unter der Linde auf dem Marktplatz zu Gericht gesessen. Die Verurteilten kamen dann ins Gefängnis im Dürener Tor.” Und natürlich wirbt auch das Fremdenverkehrsamt mit der Linde für Nideggen: „Über dem Rurtal, gekrönt von der Burgruine Nideggen, liegt malerisch gelegen auf einer Bergkuppe Nideggen. Schöne Patrizierhäuser finden die Touristen rund um den Marktplatz. Setzen sie sich unter die alte Dorflinde und denken sie an die schönen Tage in Nideggen.”

Selbst ein Lied über die Nideggener Linde gibt es. Das hat Brandenburg in der Festschrift zum 8 x 11-jährigen Bestehen der KG Burgjecke entdeckt. Zur Musik von Erich van Wersch hat Matthias Büchel den „Lengdebohm om Maat” besungen. Im Refrain heißt es: „Du leeve Lengdebohm, he ob dem Maat do stehste richtig met dengem gröne Kleed su medde en de Stadt. Maat ens en Paus ob senger Bank, denn datt es wichtig. Er hätt noch emme für öns Zeck un Rouh jehatt.” Und: Der Baum hat unbeschadet den 2. Weltkrieg überstanden, wie mehrere Bilder belegen.

Wann die Linde nun gefällt wird, konnte Bürgermeisterin Margit Göckemeyer am Mittwoch noch nicht sagen. Besonders bitter ist aus ihrer Sicht noch ein anderer Punkt: „Wir haben kein Geld, um eine neue Linde zu pflanzen”, teilte sie in der Ratssitzung mit. Mindestens 2000 Euro sind wohl nötig, wenn man einen vier bis fünf Meter hohen Baum als Ersatz anpflanzen will. Die Bürgermeisterin will nun die Geschäftsleute am Markt ansprechen und versuchen, weitere Sponsoren zu finden, damit auch in Zukunft der Nideggener Marktplatz ein grünes Wahrzeichen hat.
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