Hürtgenwald-Kleinhau - Der Kampf Vater gegen Sohn

Der Kampf Vater gegen Sohn

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
Mikel (links) und Michael Frö
Mikel (links) und Michael Fröhlich lieferten sich beim Rennwochenende in Kleinhau das Duell Vater gegen Sohn. Diesmal war der Filius einige Sekunden schneller als sein alter Herr. Foto: Guido Jansen

Hürtgenwald-Kleinhau. Es war das größte Motocross-Spektakel, das die Nordeifel je gesehen hat.So viele Zuschauer waren noch nie bei einem Renn-Wochenende des MSC Kleinhau zu Gast. Das Flutlicht-Motocross-Rennen am Freitag Abend hatte mehr Zuschauer als Parkplätze.

Etliche Motocross-Fans parkten ihre Autos im benachbarten Brandenberg, um von dort aus zu Fuß zur Strecke am Raffelsberg zu gehen. „Ich glaube das ist Rekord”, sagte der Vorsitzende Adrian Braun, als er seinen Blick vom Sprecherturm aus über die Rennstrecke schweifen ließ. Das gute Wetter hat sich für den MSC bezahlt gemacht.

Das dürfte auch Michael Fröhlich gefreut haben. Der ist Geschäftsführer des MSC. Mehr Zuschauer bedeuten nämlich mehr Einnahmen. Die vielen Zuschauer waren aber nicht der einzige Höhepunkt des Wochenendes für den 39-Jährigen. Nach acht Jahren ist er erstmals wieder als Fahrer beim Flutlichtrennen an den Start gegangen. Der Grund für die Pause heißt Mikel und ist sein Sohn. „Als ich vor neun Jahren auf ein größeres Motorrad umgestiegen bin hat mein Vater mit dem Fahren aufgehört”, berichtete der 17-jährige Sohn. In den vergangenen acht Jahren war der Vater als Manager, Trainer und vor allem Schrauber mit seinem Sohn unterwegs. Das hat sich jetzt geändert. Mittlerweile sind die Fröhlich an jedem Wochenende als Teams im Einsatz.

Vater und Sohn fahren, Vater und Sohn schrauben an den Motorrädern. Und sie sind Konkurrenten. Beim Flutlichtrennen gingen sie beide in der Twin Shock-Klasse an den Start. Und in Kleinhau fuhr Sohn Mikel die bessere Zeit.

„Twin Shocker” sind Cross-Maschinen von damals. Bis Anfang der 80er Jahre wurden die Cross-Motorräder mit zwei Federbeinen am Hinterrad hergestellt. Seit dem ist eine zentrale Federung modern.

Michael und Mikel halten es mit den Altertümchen. „So eine Maschine macht einfach mehr Spaß”, berichtete der Sohn. Die Zweirräder von damals sehen besser aus. Mit dieser Meinung stehen die Fröhlichs nicht alleine da. Das Flutlichtrennen steht im Zeichen von Maico, BSA und der anderen Motorräder von damals. Die lauten Zweitakter haben einen hohen Sammlerwert. Nur selten wird ein solcher Oldtimer zum Verkauf angeboten. Und die Ersatzteile sind schwer zu finden. Vater und Sohn Fröhlich haben einen Sponsor gefunden, der ihnen die Maschinen stellt. „So ein altes Motorrad hat einfach einen ganz anderen Charakter als eine moderne Rennmaschine”, erklärte Michael Fröhlich. „Aber das ist schwer zu erklären.” Die Bremsen würden nicht ganz aggressiv zupacken wie bei einem modernen Motorrad. „Auf einer Maico kannst du durchaus eine halbe Stunde am Stück durchhalten. Bei einem neuen Motorrad ist nach 15 Minuten Schluss”, ergänzt der 17-jährige Sohn.

Mikel Fröhlich weiß, wovon er redet. Seit seinem vierten Lebensjahr fährt er Cross, bis zum vergangenen Jahr auf einer modernen Maschine. „Eine Sache ist aber gleich. Wenn du von der Strecke zurück kommst, hast du ganz schön dicke Unterarme”, so der jüngere Fröhlich. Die Arme schmerzen aber angesichts der Kulisse, die sich den Fahrern beim Flutlichtrennen bietet, nicht.

Kleinhau ist ein fester Termin im Kalender vieler Cross-Fahrer aus Europa. Viele Fahrer reisen aus Belgien, den Niederlanden, Tschechien oder England an, um dabei zu sein.

Da haben es die Fröhlichs leichter. Sie wohnen in Kreuzau. Von dort sind es nur wenige Minuten bis zum Spektakel. Aber auch die hat sich die Cross-begeisterte Familie komplett gespart. Am Renn-Wochenende leben Vater und Sohn im Fahrerlager in Kleinhau.
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