Der junge Prinz macht Wahlkampf in Gabun

Von: Andreas Bongartz
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Engagiert sich im Gabunesischen Wahlkampf: Charles-Adrien von Merode. Foto: Andreas Bongartz

Langerwehe. Die Wahl am 30. August rückt näher. Für Charles-Adrien von Merode läuft der Wahlkampf auf Hochtouren. Der Prinz von Merode kommt gerade aus Brüssel, davor war er in Paris, um die Werbetrommel für seinen Kandidaten zu rühren.

Der Prinz macht sich allerdings nicht für einen Politiker aus seiner Heimatgemeinde Langerwehe stark. Der Blick des 27-Jährigen richtet sich weit über die Kommunalwahl in NRW hinaus nach Gabun in Zentralafrika. Dort finden am 30. August ebenfalls Wahlen statt, Präsidentschaftswahlen um genau zu sein. Und dies sei kein normaler Urnengang, wie Charles- Adrien von Merode sagt, sondern eine Möglichkeit Geschichte zu schreiben.

Anfang Juni verstarb der langjährige Staatspräsident Omar Bongo, nun sei die Gelegenheit mehr Demokratie in Gabun zu wagen. „41 Jahre herrschte in Gabun fast eine Diktatur, es hieß nicht so, war aber im Prinzip so”, sagt Charles-Adrien von Merode.

„Unter Omar Bongo gab es keine Opposition, er hat 41 Jahre lang fast nichts in das Land investiert und das ganze Geld für Villen in Frankreich und Privatjets ausgegeben.” Die Infrastruktur des Landes - medizinisch, wie verkehrstechnisch - sei prähistorisch.

Darum setzt sich der Prinz für den Präsidentschaftskandidaten Bruno Ben Moubamba ein. „Als unabhängiger und einziger Kandidat, der nicht korrupt ist, ist er ein Hoffnungsträger für Gabun.” Moubamba stehe für einen Neuanfang in dem zentralafrikanischen Land und habe Potential: „Er könnte ein neuer Martin Luther King oder Nelson Mandela werden”, sagt der 27-Jährige.

Aber wie kommt es, dass sich der Prinz von Merode für einen Präsidentschaftskandidaten in Gabun engagiert? „Ich habe Familie in Frankreich und dort über einen Freund, der politisch aktiv ist, Bruno Ben Moubamba kennen gelernt”, berichtet der Prinz. Moubamba habe ihn dann nach einer Weile gefragt, ob er ihm nicht bei seiner Kandidatur unterstützen wolle.

Eine Bitte, der Charles-Adrien von Merode gerne nachkam: „Das ist ein unglaubliches Abenteuer, was einem nicht jeden Tag angeboten wird.” Schließlich gehe es dabei ja auch um demokratische Ideale. Und diese könnten von Gabun aus auf den ganzen afrikanischen Kontinent ausstrahlen.

Voraussetzung hierfür sind allerdings ein ordentlicher Ablauf der Wahlen am 30. August und da hat der Prinz von Merode so seine Zweifel: „Eigentlich müsste vor der Wahl die Bevölkerung durchgezählt werden, um zu wissen, wer überhaupt wählen darf. Da herrscht ein totales Chaos, so leicht kann man gar nicht pfuschen.”

Deshalb versucht Charles-Adrien von Merode auch Unterstützung in Europa zu mobilisieren und auf die Situation in Gabun aufmerksam zu machen. „Wir haben die Möglichkeit etwas zu verändern, aber nur wenn die Wahlen demokratisch ablaufen, wenn es Druck und Aufsicht von außen gibt.”

Der Prinz von Merode sucht Kontakte in Politik, Wirtschaft und Medien. Er treffe sich zwar nicht mit Nicolas Sarkozy, aber mit einem seiner Berater. Diese Woche geht es wieder nach Paris, zunächst steht aber noch ein Telefonat in die USA an, „mit einer Frau, die schon im Wahlkampfteam von Barack Obama tätig war”.
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