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Der Integrationshelfer: Lars Himmlers drei Stichworte

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Wie stelle ich einen Asylantrag? Mit Fragen wie dieser setzt sich der neue Integrationshelfer Lars Himmler auseinander.
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Seit Oktober 2016 Integrationshelfer für Nideggen und Hürtgenwald: Lars Himmler.

Nideggen/Hürtgenwald. Lars Himmler hat in der Stadt Nideggen und in der Gemeinde Hürtgenwald eine nicht alltägliche Aufgabe übernommen. Seit dem 17. Oktober ist er ein sogenannter Integrationshelfer des Malteser Hilfsdienstes (siehe Infobox) – und damit der erste im Kreis Düren im Rahmen des Integrationslotsenprojektes der Organisation. Welche Aufgaben hat ein Integrationshelfer?

Himmler unterstützt Ehrenamtler bei ihrer Arbeit in der Flüchtlingshilfe in Einzel- und Gruppenarbeit. Er bietet Fortbildungen an und ist Ansprechpartner bei der Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen.

Herr Himmler, welche Ziele möchten Sie mit Ihrer Arbeit umsetzen?

Himmler: Ich möchte den vielen Ehrenamtlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie sind als Integrationslotsen tätig und betreuen die Flüchtlinge. Dieses Engagement will ich mit meiner Arbeit unterstützen und fördern. Meine Aufgabe ist es auch, ein Netzwerk aufzubauen, das nicht nur den Ehrenamtlern zugutekommt, sondern von dem auch die Flüchtlinge profitieren.

In Zukunft sollen verschiedene Projekte entstehen, die sich mit dem Thema Freizeitgestaltung und Kultur auseinandersetzen. Auf diese Weise sollen Kontakte zwischen Flüchtlingen und Bürgern vertieft werden. Zudem sollen Arbeits- und Ausbildungsplätze gefunden werden – ein wichtiger Aspekt der Integrationsarbeit.

Das ist aber gar keine einfache Aufgabe, oder?

Himmler: Es ist eine Herausforderung, unser Angebot an den beiden Standorten bekanntzumachen. In dieser Hinsicht unterscheiden sich auch Nideggen und Hürtgenwald voneinander.

In Nideggen kooperiert der Malteser Hilfsdienst mit der Stadtverwaltung. In Hürtgenwald ist der Verein „Hürtgenwald hilft“ eine Kooperation mit den Maltesern eingegangen, wodurch Himmler direkt in die ehrenamtlichen Strukturen eingebunden ist. In beiden Rathäusern besitzt der 42-Jährige ein Büro. Malteser und der Caritasverband für die Region Düren-Jülich kooperieren eng und unterstützen sich gegenseitig bei ihrem Engagement für die ehrenamtlichen Helfer. Der Caritasverband ist bereits in Vettweiß mit einer Ehrenamtskoordinatorin aktiv und im Kreis durch drei Gemeindesozialarbeiterinnen tätig.

Angefangen hat Lars Himmlers Engagement jedoch weder in Nideggen noch in Hürtgenwald, sondern in Kreuzau. Dort arbeitete er seit Anfang 2015 ehrenamtlich bei der Kreuzauer Flüchtlingsinitiative „Welcome“, gab Deutschkurse und wirkte einmal wöchentlich bei einem Treffen im Evangelischen Gemeindezentrum mit, bei dem sich Flüchtlinge und Kreuzauer austauschen konnten. Auf diese Weise hat der Historiker bereits zahlreiche Kontakte geknüpft.

Sie sind erst seit drei Monaten als Integrationshelfer aktiv. Konnten Sie schon Erfolge erzielen?

Himmler: Ja. Einen kleinen Erfolg hatte ich schon: Zum Beispiel konnte ich ehrenamtliches Engagement unterstützen, indem wir gemeinsam bürokratische Hürden genommen und so einem Flüchtling in Nideggen eine Anstellung als Schneider vermittelt haben.

Derzeit leben 167 Asylbewerber und 41 anerkannte Flüchtlinge in Nideggen, in Hürtgenwald sind es insgesamt 180. In verschiedenen Projekten kümmern sich die Ehrenamtler in beiden Gemeinden darum, dass sich die Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat gut einleben können.

Wie ist der Stand der Dinge in Sachen Integration? Muss noch viel getan werden?

Himmler: Es muss sich noch viel tun. Wichtig sind vor allem die drei großen Stichworte Sprache, Arbeit und Wohnen. Wir helfen den Ehrenamtlern dabei, die Flüchtlinge bestmöglich zu begleiten, wenn es darum geht, zum Beispiel einen Job oder Ausbildungsplatz zu finden.

Das sind nicht die einzigen Probleme, die Himmler versucht zu lösen. Momentan sucht er beispielsweise nach einem Gebärdensprach-Dolmetscher, der den irakischen Dialekt der Gebärdensprache beherrscht.

Gibt es genug Ehrenamtler?

Himmler: Ehrenamtler werden immer gebraucht. Ihre Hilfe ist einfach unerlässlich.

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