Nideggen/Heimbach - Der Grundlage des Brauens auf der Spur

Der Grundlage des Brauens auf der Spur

Von: Anneliese Lauscher
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Ortstermin am Braugerstenfeld: Hubert Müller, Hans Henn, Thomas Reinold, Wilhelm Josef Schäfer, Peter Cremer und Albert Grein (von links) unterstützen den „Bier- und Kulturlehrpfad”. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen/Heimbach. Noch steht die Frucht auf den Feldern, Getreide wogt im Sommerwind. In der Gemarkung „Hohe Burg” zwischen Wollersheim und Vlatten kann man zwischen Getreidefeldern in hügeliger Landschaft einen einzigartigen Weitblick in die Zülpicher Börde und bis zum Siebengebirge genießen.

Hier soll der „Bier- und Kulturlehrpfad” eingerichtet werden. Damit wird ein gemeinsames Projekt der Städte Heimbach und Nideggen verwirklicht. Schon seit über vier Jahren schwirrt der Plan in den Köpfen der Initiatoren.

Maßgeblich in der Stadtverwaltung Heimbach wurde die Idee „geboren”: Peter Cremer berichtet, dass bei einer „Dorfwerkstatt” in Vlatten dieser Einfall in den Raum gestellt wurde und man mehr und mehr daran glaubte, dass hieraus etwas Konkretes werden könnte.

Ein etwa 5 bis 6 Kilometer langer Rundweg wurde skizziert, der zwischen Vlatten und Wollersheim den Menschen Informationen vermitteln soll über die Braugerste und ihren Anbau, über die alte Tradition der Braukunst und damit verbundene landwirtschaftliche Handwerke.

„Bier kommt nicht einfach aus dem Glas oder aus der Flasche. Bier hat mit Landwirtschaft zu tun”, erklärt Thomas Reinold, der Geschäftsführer der Cramer-Brauerei Wollersheim. Er war von Anfang an begeistert von der Idee und freut sich, wenn hier im Kern des Anbaugebietes ein Informationsweg entsteht. Er sehe hier eine schöne Möglichkeit, sich zu engagieren, und versprach seine Unterstützung.

Zuschuss von der EU?

Die Hoffnung, dass man nun zügig in die konkrete Planung einsteigen könne, wird aus dem Stadtrat in Nideggen genährt: Das lang ersehnte grundsätzliche Ja zum gemeinsamen Antrag kam nun von Bürgermeisterin Margit Göckemeyer. Wollersheims Ortsvorsteher Hubert Müller bat aber um Verständnis, dass man angesichts finanzieller Unwägbarkeiten noch vorsichtig mit Zusagen sein müsse.

Geld erwartet man aus EU-Mitteln, und zwar aus dem Programm „LEADER”, womit innovative Projekte im ländlichen Bereich gefördert werden. Alexander Sobotta, der als Manager beim Naturpark Nordeifel e.V. in Nettersheim arbeitet, sagt: „Wir stehen hier bereit, das Projekt zu unterstützen.”

Bert Züll, Bürgermeister der Stadt Heimbach, ist „fest davon überzeugt, dass es klappen wird” und freut sich darauf, wenn man bei einer Wanderung den Menschen der Region und den Gästen alles „rund ums Bier” aufzeigen kann.

Auch Margit Göckemeyer sieht es als ein schönes und sinnvolles Ziel an, Ortsteile der beiden Städte zu verbinden. Sie findet die Idee deshalb gut, „weil hiermit das Spezielle einer Ortschaft hervorgehoben wird”.

Tatkräftig unterstützt der Geschichtsverein Wollersheim das Vorhaben, die beiden Vorstandsmitglieder Albert Grein und Hans Henn luden spontan zum Ortstermin ein. Auf dem Trierer Weg, welcher ein alter Pilgerweg und eine historische Verbindung zwischen Wollersheim und Vlatten ist, stellte Albert Grein anschaulich dar, wie wichtig es sei, das Bewusstsein über dieses uralte Kulturland wach zu halten.

Optimale Bedingungen

Wilhelm Josef Schäfer, der die Burg Vlatten und die dortigen Ländereien bewirtschaftet und einen „Vermehrungsbetrieb” leitet, wies auf die optimalen Bedingungen für den Braugerstenanbau in der Voreifel hin: Auf stickstoffarmen Böden gedeihe gute Braugerste. Diesen Sommer sei es zu heiß und zu trocken, nicht nur bei uns. Das werde die Ernte beeinträchtigen.
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