Der FC-Köln-Sprecher: „Unsere Spieler sind allesamt gute Typen“

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Als Köln die Qualifikation für die Euro League geschafft hat, war die Freude bei den Fans riesengroß. Frederic Latz freut sich auf stimmungsvolle Heim- und Auswärtsspiele mit attraktiven Gegnern. Foto: imago/Eibner
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Frederic Latz aus Stockheim arbeitet beim 1. FC Köln. Foto: Thomas Faehnrich

Düren/Köln. Sein Vater ist schuld, dass er schon als Kind Fan des 1. FC Köln geworden ist, aber nicht nur das: Frederic Latz, der in Stockheim groß geworden ist, arbeitet mittlerweile auch bei seinem Lieblings-Fußballverein. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Sandra Kinkel spricht Latz über die aktuelle Stimmung beim FC, den Einzug in die Euro League und Dürener Verbindungen zum Club der Domstadt.

Wann und warum hat Ihre Liebe zum 1. FC Köln begonnen?

Frederic Latz: Bei dieser Frage muss ich stets den britischen Schriftsteller Nick Hornby zitieren, der überaus treffend formulierte: „Einen Verein sucht man sich nicht aus, er wird dir gegeben.“ So war mein Vater sehr erfolgreich darin, meinen Bruder und mich für den FC zu begeistern.

Haben Sie selbst Fußball gespielt?

Latz: Ich habe in der Jugend beim TSV Stockheim und beim FC Düren-Niederau gespielt. Große Ambitionen Fußballprofi zu werden hatte ich eigentlich nie, obwohl ich auch einige Jahre in die Kreisauswahl berufen wurde. Ich wurde überwiegend in der Defensive, später im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Meine Vorbilder waren Morten Olsen, Jürgen Kohler oder Mattias Hönerbach.

Ist die Arbeit beim FC Ihr Traumjob?

Latz: Ich war zweieinhalb Jahre Pressesprecher des 1. FC Köln. Heute gehöre ich zur Abteilung „Medien und Kommunikation“. Grundsätzlich ist jede Tätigkeit beim FC ein Traumjob, da es nicht selbstverständlich ist, mit einem Hobby und einer Leidenschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als Pressesprecher bleibt nicht viel Zeit für Privates, worunter meine Frau und zwei Kinder oft leiden mussten. Nun kann ich deutlich mehr Zeit mit meinen beiden Jungs verbringen, die selbstverständlich auch schon FC-Mitglieder sind.

Wie erleben Sie die Profis im täglichen Miteinander?

Latz: Was beim 1. FC Köln in den vergangenen Jahren entstanden ist, ist nicht alltäglich. Es herrschen Teamgeist, ein freundschaftliches und professionelles Miteinander. Jede Neuverpflichtung wird schnell integriert. Auch als Mitarbeiter hat man regelmäßig Kontakt zu den Profis. Unsere Spieler sind allesamt gute Typen, mit denen man professionell arbeiten, aber auch viel Spaß haben kann. Bei vielen Geburtstagen oder Vertragsverlängerungen werden alle Geschäftsstellenmitarbeiter von den jeweiligen Spielern zum Essen eingeladen. Das ist nicht alltäglich und beschreibt den besonderen Spirit am Geißbockheim sehr gut.

Wie würden Sie die augenblickliche Stimmung beim 1. FC Köln beschreiben?

Latz: Euphorisch und realistisch zugleich. Eine gesunde Mischung.

Warum läuft es derzeit so rund?

Latz: Das hat viele Gründe. An den wichtigen Stellen arbeiten die richtigen Leute, die zudem überwiegend richtige Entscheidungen treffen. Mit Peter Stöger hat der FC einen absoluten Glücksgriff getätigt. Über allem steht bei einem Fußballverein der sportliche Erfolg. Jedem im Club ist bewusst, dass wir derzeit eine außergewöhnliche Entwicklung miterleben und mitgestalten. Jeder weiß, dass man im Erfolg nicht nachlassen darf, um diesen Weg fortzuführen.

Was bedeutet die Qualifikation für die Euro League für den Club – und für Sie persönlich?

Latz: Für den Club bedeutet die Europa League den größten Erfolg seit einem Vierteljahrhundert. Obwohl dieser Schritt nicht so früh geplant war, wehrt sich niemand dagegen. Hier kann der FC an neuen Herausforderungen wachsen. Ich persönlich freue mich auf stimmungsvolle Heimspiele und tolle Auswärtsfahrten zu attraktiven Zielen. Als der FC letztmals international spielte, habe ich das nur am Radio oder Fernsehen verfolgt. Als Fan hat man so lange davon geträumt, dass es immer noch nicht so richtig greifbar ist. Erst, wenn bei der Gruppenauslosung am 25. August tatsächlich „1. FC Köln“ in einer Kugel steht, glaube ich es.

Bleibt Anthony Modeste am Rhein?

Latz: Die Frage stellen sich derzeit viele. Aber auch ich kann sie nicht beantworten. Sportlich und persönlich würde es mich freuen.

Konnten Sie die Chinesen für den FC begeistern?

Latz: Die Resonanz dieser Reise war überaus positiv. Die Bilder, die uns nach Köln übermittelt wurden, und die Erfahrungsberichte der Kollegen waren sehr interessant. Für den FC ist dies ein Meilenstein in Sachen Internationalisierung. Auch der finanzielle Aspekt sowie der Erfahrungsgewinn für beide Seiten spielen sicher eine Rolle.

Was haben Sie während der bundesligafreien Zeit zu tun?

Latz: Beim FC ist immer etwas zu tun. Nur in den 14 Tagen nach Saisonende geht es etwas ruhiger zu. Aber dann starten auch schon die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit. Erste Spieler werden verpflichtet, Veranstaltungen geplant, neue Ideen entwickelt.

Sind das schreckliche Wochen für Sie – so ohne Fußball im Stadion?

Latz: Ähnlich wie während Länderspielpausen sind Wochenenden ohne Fußballbundesliga ungewohnt ruhig. Aber Pausen sind auch sinnvoll. Gut ist, dass man in solchen Phasen seine Zeit viel intensiver mit der Familie verbringen kann.

Gucken Sie den Confed-Cup?

Latz: Ja, ich werde die Spiele – wenn auch nicht ganz so intensiv – verfolgen.

Wo sehen Sie den FC am Ende der Saison?

Latz: Nach wie vor in der Bundesliga – und das ist das Wichtigste. Zudem um internationale Erfahrung reicher. Sehr gerne würde ich auch mal im DFB-Pokal etwas länger dabeibleiben – gegen ein Pokalfinale mit dem FC hätte ich nichts einzuwenden. Zunächst muss man aber die höhere Belastung durch den Europapokal kompensieren. Auch hier vertraue ich aber auf die handelnden Personen, die sicher bereits an einer Strategie feilen. Im Grunde waren die vergangenen drei Jahre das, wonach sich jeder FC-Fan zwischen 1998 und 2014 gesehnt hat: Spielzeiten ohne Abstiegssorgen. Großartig!

Welche Verbindungen haben Sie noch nach Düren? Verfolgen Sie auch den Fußball an der Rur?

Latz: Ich bin regelmäßig in Düren und bei meinen Eltern in Stockheim. Ein Großteil meines Freundeskreises und meiner Familie lebt in Düren – daher bestehen noch viele Verbindungen. Über den Fußball halte ich mich, ehrlich gesagt, nur am Rande auf dem Laufenden, und da schaue ich natürlich in erster Linie auf den TSV Stockheim und den FC Düren-Niederau. In diesem Sommer ist ja mit Timo Braun endlich mal wieder ein Dürener Talent zur U-21-Mannschaft des 1. FC Köln gewechselt. Nicht erst seit Georg Stollenwerk, Harald Konopka, Karl-Heinz Schnellinger und unseren Vizepräsidenten Toni Schumacher sind Dürener überaus prägend für einen erfolgreichen 1. FC Köln.

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