Düren - Der erste Schultag wird immer mehr zum Event

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Der erste Schultag wird immer mehr zum Event

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Die Schultüte darf nicht fehlen. Aber reicht das nicht? Immer häufiger wird der erste Schultag in vielen Familien mit Geschenken und einem Restaurantbesuch groß gefeiert, Gastronome verzeichnen Reservierungen. Foto: imago/imagebroker

Düren. Der erste Schultag wird immer mehr zum Event, zumindest aber zu einer großen Feier mit Eltern, Großeltern, Tanten, Onkeln und Paten. „Das hat in den vergangenen Jahren wirklich sehr stark zugenommen“, sagt Trudy Franz, Schulleiterin der Katholischen Grundschule Düren-Lendersdorf/Niederau.

„Der erste Schultag wird mittlerweile in den meisten Familien richtig groß gefeiert.“ Viele würden nach der Feier in der Schule gemeinsam Essen gehen. „Und ich bekomme immer wieder Anfragen von Eltern, dass die Geschwisterkinder am 1. Schultag der Erstklässler zur gleichen Zeit Schulschluss haben, damit sie auch an der Feier teilnehmen könnten.“ Sie könne und wolle, so Franz weiter, das Rad nicht zurückdrehen. „Ich kann nur feststellen, dass der erste Schultag heute einen völlig anderen Stellenwert hat als früher.“

Die gleiche Beobachtung hat auch Andrea Maaßen, Leiterin der Grundschule in Derichsweiler, gemacht. „Vor Jahren reichte unsere Aula für die Feier am ersten Schultag vollkommen aus, mittlerweile kommen so viele Angehörige und Freunde mit, dass wir die Turnhalle nutzen müssen, um die Menge an Leuten überhaupt bewältigen zu können. Für Andrea Maaßen, die selbst auch Mutter ist, wird der erste Schultage heute deutlich überbewertet. „Es fängt schon damit an, dass die Schultüten exorbitant gefüllt sind. Und dann bekommen die meisten Kinder auch noch von jedem Gast ein Geschenk. Das ist zu viel.“ Viele Eltern würden schon früh wissen wollen, wann der erste Schultag zu Ende sei. „Damit sie einen Tisch für das Mittagessen im Restaurant bestellen können.“

Der Schulstart, so die Pädagogin weiter, sei eigentlich keine Party. „Der Schulanfang ist ein Stück Verpflichtung, ein Stück Verantwortung, die das Kind übernehmen muss.“ Natürlich, so Maaßen weiter, könne sie auch die Eltern verstehen. „Der erste Schultag ist auch für Eltern ein besonderer Tag. Weil man darüber nachdenkt, ob in der Schule alles gut klappt, und die Kinder gut lernen. Schule ist aber nichts, was man den Kindern versüßen muss. Die Jungen und Mädchen kommen gerne und lernen auch gerne.“

Eva-Maria Rinkens-Seebald, Leiterin der Grundschule in Merken, findet es schön, dass die Erstklässler so viele Menschen mit zu ihrer Einschulung bringen. „Das ist nett, weil der erste Schultag natürlich auch ein wichtiger Schritt ist.“ Die anschließenden Feiern zu Hause sollten allerdings im Rahmen bleiben. „Was die Kinder in ihren Schultüten haben, weiß ich nicht. Aber ich befürchte das Schlimmste, weil ich ja weiß, was die Kinder zum Beispiel zur Kommunion geschenkt bekommen.“

Rolf Thiel, der in Düren ein Catering betreibt, hat keinen Auftrag für eine Feier zum ersten Schultag. Anders sieht das in einem Balkanrestaurant am Wirteltorplatz aus, wo das Reservierungsbuch für Donnerstagmittag schon ziemlich gut gefüllt ist. Auch Petra Martini, die mit ihren Mann in Düren ein italienisches Restaurant betreibt, hat beobachtet, dass der erste Schultag seit einigen Jahren verstärkt gefeiert wird. „Wir haben für Donnerstag schon einige Reservierungen. Die meisten kommen mit sieben, acht Leuten. Und es sind fast immer Erstklässler.“ Angemerkt

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