Der Donnerstag ist „Veggietag”

Von: Isabelle Hennes
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Die Organisatoren freuen sich
Die Organisatoren freuen sich auf die Ausrufung des Veggietages: Christoph Horst, Gabi Zeplin und Jürgen Plinz. (v.r.) Foto: Isabelle Hennes

Düren. „Keine Angst, der ist Veggie”, sagt Gabi Zeplin und zeigt auf den verkleideten Wolf, der mit ihr ins Rathaus gekommen ist. Gabi Zeplin kommt aus der Gemeinde Hürtgenwald und ist Vegetarierin. Ihre Idee war es, in Düren einen Veggietag auszurufen.

Ab dem 14. Juli soll in Düren jeden Donnerstag auf Fisch und Fleisch verzichtet werden. „Das ist für mich eine Sensibilisierungskampagne. Die Menschen sollen sich fragen: Wo kommt das her, was da auf meinem Teller liegt?”, erklärt Zeplin. Gerade Kinder müssten lernen, dass das Fleisch nicht aus der Tiefkühltruhe kommt.

Von heute auf morgen ganz einfach alle bisherigen Gewohnheiten über Bord werfen und auf Fleisch verzichten? „Es geht nicht darum, sich mit dem erhobenen Finger hinzustellen und auf Fleischesser zu zeigen”, erläutert Jürgen Plinz, Organisator des Veggeitages. Vielmehr stehe im Mittelpunkt, das Leid der Nutztiere in Deutschland zu mildern und es in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. Darum sei es wichtig, regelmäßig auf Fleisch und Fisch zu verzichten.

Hinzu kommt, dass durch den Veggietag über zwei Millionen Tonnen Getreide deutschlandweit im Jahr bei der Verfütterung an die Nutztiere eingespart würden. „Die Menschen sollen sehen, dass sie durch ihr Essverhalten direkt ewtas verändern können, sei es aus gesundheitlichen oder umweltbewussten Motiven”, sagt Plinz. Manchmal sind diese beiden Motive ja auch miteinander verknüpft: Indem weniger Fleisch gegessen wird, müssen weniger Tiere geschlachtet werden und der Cholesterinwert sinkt.

Seinen Ursprung hat der Veggietag in Gent, wo er 2009 eingeführt wurde. Die erste beteiligte Stadt in Deutschland war Bremen. Bis heute gibt es Anhänger der Bewegung von San Francisco bis nach Kapstadt. In Düren beteiligen sich beispielsweise die Anne-Frank-Gesamtschule, die Kita Arnoldsweiler und das St. Marienhospital. Bei der Anne-Frank-Gesamtschule steht bereits seit zwei Monaten jeden Donnerstag eine Reihe von leckeren vegetarischen Gerichten auf dem Speiseplan der Schüler. „Das ist vergleichbar mit der katholischen Kirche, in deren Einrichtungen freitags regelmäßig Fisch zu essen”, erklärt Plinz.

Da Fleisch vor allem in den Nachkriegsjahren - aber auch heute noch - so etwas wie ein Statussymbol ist, komme es darauf an, im Bewusstsein der Menschen etwas zu ändern. „Wenn das Gericht aus leckeren Zutaten besteht, ist es völlig egal, ob es mit oder ohne Fleisch gemacht wird”, sagt Plinz. Die Internetseite der Kampagne stellt einen Einkaufsführer zur Verfügung, um auch Familien mit geringem Einkommen zu zeigen, wie eine bewusste und zugleich preiswerte Ernährung aussehen kann.

Showkochen

Wer sich von der Idee ein Bild machen will, sollte am Donnerstag, 14. Juli, um 11 Uhr zum Dürener Wochenmarkt kommen. Dort wird es einen Infostand geben und das Buch zur deutschlandweiten Kampagne mit dem Titel „Donnerstag ist Veggietag” angeboten. Es beteiligen sich auch Restaurants aus der Dürener Gastronomie an der Aktion. So bietet das Brauhaus beispielsweise sieben vegetarische Gerichte. Im Rahmen der Ausrufung wird es außerdem ein Showkochen geben, bei dem sich alle Interessierten von der Vielfältigkeit vegetarischer Gerichte überzeugen können. Denn, wie Plinz es formuliert: „Um mich vegetarisch zu ernähren, brauche ich kein Tofu.”

Einen Tag in der Woche ohne Fleisch und Fisch

Am 14. Mai 2009 wurde der vegetarische Donnerstag in Gent ausgerufen. Ziel war es,so einen Beitrag zum Klima- und Tierschutz zu leisten.

Wenn alle Dürener donnerstags kein Fleisch essen, würden jährlich 6000 Schweine der industriellen Mästung entgehen.

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