Der Ärger im Dürener Karneval ist noch nicht verraucht

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
Festkomitee-Präsident Peter K
Festkomitee-Präsident Peter Körner sieht noch nichts entschieden.

Düren. „Es ist doch eine absolute Unverschämtheit zu sagen, dass Düren nicht von drei Frauen regiert werden kann. Für mich ist das echt Diskriminierung und unterste Schublade.” Hans-Peter Iven ist immer noch sauer.

Und das, obwohl er gerade im Urlaub ist. Iven hatte bei der jüngsten Sitzung des Festkomitees Dürener Karneval eine Satzungsänderung beantragt. Gemeinsam mit Heinz Nolden und Siggi Garding wollte er das erste Dreigestirn des Dürener Karnevals stellen. Die Satzungsänderung wurde abgelehnt mit dem Ergebnis, dass Düren im Augenblick überhaupt keine Tollitäten hat. „Wir sind total enttäuscht und haben zuerst überlegt”, so Iven, ein Prinzenpaar mit zwei Männern zu stellen. Heinz Nolden wollte den Prinz machen und ich die Jungfrau. Aber das ist uns doch zu lachhaft. Jetzt denken wir darüber nach, dass einer von uns Prinz wird und dann Jungfrau und Bauer mit in sein Gefolge nimmt. Aber das ist auch nicht das selbe.” Iven weiß noch nicht so recht, wie es weitergehen soll. Eins weiß er aber: „Wir wollen einen Motivwagen machen. Mit Hans-Peter Schneppenheim und drei Frauen.”

Schneppenheim vom Gardecorps „Dürener Bürgerwehr” war einer derjenigen, der große Bedenken geäußert hatte, dass Düren demnächst im Karneval auch von einem rein weiblichen Dreigestirn regiert werden könnte. „Mir ging es gar nicht so sehr um die drei Frauen”, lenkte Schneppenheim gestern ein und führte nur noch die Tradition des Dürener Karnevals ins Feld. „Unsere Vorfahren im Festkomitee müssen sich doch etwas dabei gedacht haben, als sie sich für ein Prinzenpaar entschieden haben. Und wir müssen hier in Düren den Kölnern nun wirklich nicht alles nachmachen.”

Auch Festkomitee-Präsident Peter Körner sagt, dass Karnevalisten große Traditionalisten sind. „Ich denke nicht, dass die Frage nach dem Dreigestirn endgültig entschieden ist. Die Satzungsänderung war einfach zu plötzlich. So etwas muss man bei uns Karnevalisten behutsamer und langfristiger vorbereiten.” Peter Körner ist indes auf der Suche nach einem neuen Prinzenpaar. „Ich lasse noch ein paar Tage verstreichen, dann werde ich gezielt Leute ansprechen. Ich habe auch schon einige Kandidaten im Visier.” Das Prinzenpaar, das kurzfristig seine Kandidatur zurückgezogen hatte, so Körner, hätte auf einmal Probleme miteinander gehabt. „Das müssen wir respektieren”, so der Präsident des Festkomitees.

Trotzdem ist Peter Körner sehr optimistisch, dass Düren mit einem würdigen Prinzenpaar in die Session 2011/2012 gehen wird. „In den vergangenen Jahren hat es ja auch immer noch geklappt. Und es wird auch diesmal wieder funktionieren. Da bin ich ganz sicher.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert