Den Lieblingsstock hat Papst Benedikt gesegnet

Von: Anneliese Lauscher
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Über 6000 SPazierstöcke hat
Über 6000 SPazierstöcke hat Herbert Schröder aus Merzenich gesammelt. Jetzt stellt er seine Schätzchen im Heimatmuseum in Merzenich aus. Foto: Anneliese Lauscher

Merzenich. 6000 Spazierstöcke hat Herbert Schröder aus Lendersdorf gesammelt, darauf sind mindestens 80.000 Abzeichen befestigt. Eine umfangreiche Ausstellung wird ab dem kommenden Samstag in Merzenich zu sehen sein.

„Du musst wandern” - mit diesen Worten überreichte ihm ein Freund einen Wanderstock zum 50. Geburtstag. Das war aber ein so riesenlanger Stab, damit wollte Herbert Schröder nicht losmarschieren. Er guckte sich auf einem Trödelmarkt um - und fand vier Spazierstöcke mit Abzeichen drauf. Das war der Anfang einer jahrelangen Freundschaft beziehungsweise Sammelleidenschaft. „Ich habe sie gesäubert und in der Garage aufgehängt, und das sah sehr schön aus”, fand Herbert Schröder. Er fand prächtige Exemplare, die mit ihren Abzeichen oder Stockschildern Geschichten erzählen könnten.

Der eine Wanderfreund fühlte sich offensichtlich am Rhein wohl und hatte seinen Stock mit Schildchen von Schaffhausen, der Loreley und Koblenz bestückt. Der andere war ein Freund der Berge und brachte auf seinem Wanderstock Abzeichen von Berghütten und Gipfeln in der Schweiz und Österreich mit.

Sorgsam reinigt Herbert Schröder jedes Exemplar, oft sind die metallenen Schildchen mit einer Patina überzogen oder leicht rostig. Dann werden sie abgebürstet, fangen an zu glänzen und geben ihre Geheimnisse preis: Beispielsweise entdeckt man den eingravierten Schriftzug „Heimatfest Coburg 1923” - dieser Stock ist schon lange unterwegs!

Stockschilder aus Weimar

Offensichtlich hat man in der ehemaligen DDR das Wandern auch gepflegt. Auf etlichen Trödelmärkten oder auch im Internet wurde Herbert Schröder fündig, es gibt Stockschilder aus Weimar, von der Wartburg und von einer Hexe, die in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg tanzt. Da sich alte Milchkannen vorzüglich zum Unterbringen der vielen Stöcke eignen, hat der Sammler davon mittlerweile auch 120 in seinem Besitz.

Für den Eifelverein hat Herbert Schröder eine eigene „Abteilung”, in Reih und Glied hängen Stöcke von der Ortsgruppe Euskirchen, manche mit der Plakette für 100 Wanderungen. Viele Kinderstöcke sind zu sehen, offensichtlich waren auch die kleinen Wanderfreunde stolz, wenn sie vom Ziel ein Abzeichen mit nach Hause brachten.

Diese Sitte scheint jetzt „out” zu sein. Die modernen Walking-Stöcke sind leichter als Holzstöcke, sie lassen sich zusammenschieben und sind beim Transport nicht so sperrig. Immer weniger sieht man Wanderer, die mit ihrem hölzernen Stock losgehen.

Sein eigenes „Prachtexemplar” bewahrt Herbert Schröder gesondert auf, darauf hat er Abzeichen von Domstädten gesammelt wie Köln und Aachen, Worms und Speyer. Und vom Petersdom. Dieses Abzeichen wurde sogar von Papst Benedikt gesegnet.

Spazierstöcke werden im Heimatmuseum gezeigt

Die Ausstellung der Wanderstöcke wird ergänzt durch Bilder aus der Sammlung Manfred Kupilas; darunter befinden sich auch einige sehenswerte Aquarelle eines unbekannten Malers.

Am Samstag, 21. April, wird die Ausstellung im Heimatmuseum Merzenich um 11 Uhr eröffnet; nachmittags spielt von 15 bis 17 Uhr der Mandolinenclub T.C. „Wandervogel” Merken 1920. Auch am Sonntag, 22. April, und an den folgenden beiden Wochenenden ist die Ausstellung im Heimatmuseum in Merzenich geöffnet, und zwar jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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