Düren - Dem Reiz der kleinen gezahnten Kostbarkeiten verfallen

Dem Reiz der kleinen gezahnten Kostbarkeiten verfallen

Von: Dietmar Engels
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Begeistert bedienten sich beim Großtauschtag Kinder aus der „Schatzkiste“ der Briefmarken-Sammler-Vereinigung. Foto: Dietmar Engels

Düren. Für die meisten Menschen sind Briefmarken ein notwendiges Übel, wenn sie etwas mit der Post verschicken wollen oder müssen. In Zeiten von E-Mail und sozialen Medien wirken die kleinen gezahnten Zettelchen ziemlich antiquiert. Für manche Zeitgenossen haben die Postwertzeichen aber immer noch einen ganz besonderen Reiz.

Und so übte der Großtauschtag der Briefmarken-Sammler-Vereinigung Düren am Sonntag in – wie treffend – Dürens Posthotel auf Philatelisten eine große Anziehungskraft aus.

Es war der neunte Großtauschtag des Vereins, der 101 Mitglieder zählt und damit der zweitgrößte im Philatelistenverband Mittel-rhein ist. Der Vorsitzende Klaus Goslich und sein Stellvertreter Harald Mohr freuten sich, das im Saal des früheren Kolpinghauses den ganzen Tag über reger Betrieb herrschte. Und es kamen keineswegs nur „alte Hasen“, die das eine oder Stück für ihre Sammlung per Eintausch von „Überstücken“ ergattern wollten. Auch viele Kinder und Jugendliche sahen sich um, sprachen mit den Sammlern und bedienten sich kostenlos aus der großen „Schatzkiste“, die Hunderte von Briefmarken aus vieler Herren Länder enthielt. Manche gingen dabei schon recht professionell mit der Pinzette zu Werke, wie das Menschen tun, die die kleinen Kostbarkeiten zu schätzen wissen.

Für viele Sammler spiele der Wert der Briefmarken eine eher untergeordnete Rolle, erklärte Klaus Goslich. „Verstärkt widmen sich die Sammler bestimmten Themen und sind auf der Suche nach geeigneten Marken für ihre Sammelgebiete. Und dabei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Ob Blumen, Tiere, Gebäude, historische Persönlichkeiten, Autos oder technische Errungenschaften – Briefmarken decken ein ungeheuer breites Spektrum ab.“

Die Sammler-Vereinigung hat Nachwuchssorgen. „Es wird immer schwieriger, Kinder und Jugendliche für dieses Hobby zu begeistern“, sagt Harald Mohr, der die kleine Jugendabteilung des Vereins leitet. Im nächsten Jahr feiert die Briefmarken-Sammler-Vereinigung Düren ihr 90-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass gibt es am 18. und 19. April eine große Ausstellung im Haus der Stadt, bei der die verschiedensten thematischen Sammlungen präsentiert werden.

Ein besonderes „Schmankerl“: Anlässlich des Jubiläums hat der Verein bei der Deutschen Post eine „Briefmarke individuell“ in einer Auflage von zunächst 1000 Stück in Auftrag gegeben. Weil sich ebenfalls im Jahr der Geburtstag des berühmten, mit Düren eng verbundenen Opern- und Operettensängers Rudolf Schockzum 100. Mal jährt, ziert ein Porträt des Star-Tenors die Sonderbriefmarke mit einem Nennwert von 60 Cent. Weil sich die Post so eine individuelle Briefmarke teuer bezahlen lässt, verkauft der Dürener Verein das Postwertzeichen für 1,50 Euro. Die ersten Exemplare wurden beim Großtauschtag unter die Philatelisten gebracht. Die Briefmarke kann – so lange der kleine Vorrat reicht – über Harald Mohr in Langerwehe, Auf der Heide 11, Telefon 02423/902985, bezogen werden.

Das nächste „normale“ Tauschtreffen der Briefmarken-Sammler-Verein findet am Sonntag, 7. Dezember, von 10 bis 12 Uhr in Dürens Posthotel statt. Der Eintritt ist frei und man geht keinerlei Verpflichtung mit dem Besuch ein. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, kann dem Verein für einen Jahresbeitrag von 20 Euro (Jugendliche acht Euro) beitreten.

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