Düren - Dem Dürener Modell droht das baldige Aus

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Dem Dürener Modell droht das baldige Aus

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:

Düren. Von den 17 Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) in Düren sind sieben insofern besser gestellt als die anderen, weil sie von der Stadt in erhöhtem Maße finanziell gefördert werden. Doch es gibt ein Problem.

Es handelt sich dabei um freiwillige Ausgaben, die angesichts der prekären Haushaltslage kaum noch zu gewährleisten sind. Droht dem „Dürener Modell” jetzt das Aus?

Die meisten OGS in der Kreisstadt werden nach dem so genannten Landesmodell finanziert. Es geht von 1230 Euro pro Kind und Jahr. Rechnet man mit 25 Kindern pro Gruppe, so ergibt sich ein Jahresbetrag von rund 30.000 Euro.

Beim Dürener Modell erhöht sich dieser Betrag um etwa das Doppelte, weil die Stadt einen Sachkostenzuschuss gewährt und überdies pro Gruppe 1,5 Stellen für padägogisch gut ausgebildetes Personal bereitstellt. Bei insgesamt 13 Gruppen in den besagten OGS summiert sich die Extraleistung auf rund 390.000 Euro im Jahr.

Der Stadtrat hat der Verwaltung den Auftrag erteilt, nach einer preiswerteren Lösung zu suchen. Es war auch schon von der gänzlichen Einstellung dieser freiwilligen Ausgaben die Rede. Rechtzeitig zum Kindergartenjahr 2012/13 soll eine Entscheidung getroffen werden.

Die privaten OGS-Träger - der Sozialdienst Katholischer Frauen und die Evangelische Gemeinde zu Düren - haben bereits vehement protestiert. In einem gemeinsamen Schreiben an Rat und Verwaltung haben sich Uli Lennartz (SKF) und Pfarrerin Vera Schellberg insbesondere darüber beklagt, dass sie vor dem Ratsbeschluss nicht in die Überlegungen mit einbezogen worden sind.

Pikanterweise ist auch die Stadt selbst Träger von zwei Ganztagsgrundschulen, die nach dem Dürener Modell gefördert werden. Deshalb kann und will Manfred Savelsberg, Leiter des städtischen Jugendamtes, nicht viel zu der Thematik sagen. Nur so viel: „Natürlich ist es wünschenswert, dass die erhöhte Förderung fortgesetzt wird. Das ist aber zurzeit nicht finanzierbar.”

Inzwischen sind von der Verwaltungsspitze erste Gespräche mit den OGS-Trägern geführt worden. Man kam überein, nach tragfähigen Lösungen zu suchen, die einerseits eine gute pädagogische Betreuung der Kinder sicherstellen, andererseits weniger Kosten als bisher verursachen.

Der SKF-Geschäftsführer Ulrich Lennartz: „In dieser Frage ist es unmöglich, nach der Rasenmähermethode vorzugehen. In jedem Fall muss sorgfältig geprüft werden, ob Veränderungen verantwortbar sind.” Lennartz kann sich zum Beispiel vorstellen, dass pädagogische Fachkräfte, die aus Altersgründen ausscheiden oder freiwillig gehen, nicht oder nur teilweise ersetzt werden.

Bei den besagten Fachkräften handelt es sich um Personen, die zuvor lange Zeit in der Hortarbeit tätig waren. Nach der Einführung der OGS sind alle Horte in der Stadt (bis auf einen in Rölsdorf) geschlossen worden.
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