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Dem Aufschlaggewitter trotzen

Von: Franz Sistemich
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Wenn der VfB Friedrichshafen angreift, kann es ganz schnell gehen. Dann haben die Blockspieler des Gegners wie hier Evivo keine Chancen, eine wirkungsvolle Wand zu bilden. Deshalb muss Düren morgen in Friedrichshafen auch mit seinen Aufschlägen Druck ausüben. Foto: Sistemich

Düren. Die Auftritte auf europäischer Ebene liegen hinter dem Trainer und den Spielern des VfB Friedrichshafen. Nachdem die „Häfler“ am Donnerstag auch das Rückspiel im CEV-Cup beim siebenfachen polnischen Meister PGE Skra Belchatow verloren haben, gilt nun die ganze Konzentration dem Kerngeschäft.

Und das heißt: Volleyball-Bundesliga und Pokal. Und da wartet die nächste Aufgabe am Sonntag auf Trainer Stelian Moculescu und sein Team: Um 18 Uhr empfangen sie, die Spitzenreiter, den Fünften des Klassements. Der heißt Evivo Düren – und hat noch nie eine Auswärtsbegegnung am Bodensee gewonnen.

Düren gehört seit 1996 ohne Unterbrechung der höchsten deutschen Klasse an. Der VfB zählte schon zu diesem Zeitpunkt zur nationalen Spitze. Fahrten nach Friedrichshafen fanden für die Volleyballer von der Rur punktemäßig immer unter dem Motto statt: „Außer Spesen nichts gewesen“. Doch unverdrossen reisten auch immer etliche Fans nach Friedrichshafen, getreu dem Motto von Vielfahrer Stefan Kriebs: „Stell‘ Dir vor: Evivo gewinnt beim VfB – und du warst nicht dabei!“ So wird es auch am Sonntag sein.

Evivo trifft auf einen Hausherren, dessen Stärken praktisch auf der Hand liegen: Mit ihren Aufschlägen, die durchaus jenseits der 100-Stundenkilometer-Geschwindigkeit liegen, können die Spieler des VfB vor allem in ihrer eigenen Spielstätte die Annahme der Konkurrenz zermürben. Mit ihrer Gewalt erstickten die „Häfler“ so manchen Angriffszug im Keim. „Wir müssen halt versuchen, diese Sprungaufschläge zu kontrollieren, damit wir die Chancen bekommen, mit geduldigem Spiel gegen den VfB zu punkten“, sagte Evivo-Trainer Michael Mücke.

Aus diesem Grund kam in der Woche auch die Ballmaschine häufiger als sonst zum Einsatz. Gewiss, die Maschine kann nicht den Sprung eines Spielers simulieren, sie kann auch keinen Rechts- oder Linkshänder imitieren, sie kann dem Ball auch keinen Drall mitgeben, wie es den männlichen Volleyballern möglich ist, aber: „Wir können die hohe Geschwindigkeit einstellen, mit der die Bälle über das Netz angeflogen kommen. Dann musst du technisch sehr sauber annehmen, um den Ball möglichst perfekt deinem Steller zuzuspielen“, erklärte Mücke.

Doch nicht nur mit ihrer technischen Sauberkeit bei der Annahme wollen die Dürener dem VfB Paroli bieten, sondern auch mit den eigenen Aufschlägen: „Schauen, wer beim VfB in der Annahme schwächelt – und ihn dann eindecken“, lautet die Devise von Trainer Michael Mücke und seinen Spielern.

Die sorgten sich am Freitag beim Training um Mittelblocker Georg Klein. Wegen Rückenproblemen musste der Nationalspieler das Training abbrechen. Mücke war aber zuversichtlich, dass Klein heute die Reise antreten kann.

Als krasser Außenseiter fährt Evivo also an den Bodensee, doch nicht schicksalsergeben: „Wir haben unseren Tritt gefunden“, sagte Jaromir Zachrich. Der Mannschaftskapitän verwies auf die konstanten Leistungen in der jüngeren Vergangenheit und meinte deshalb: „Mal schauen, wofür das reicht, wenn wir gegen den VfB spielen müssen.“

Auf jeden Fall haben Spiele gegen den VfB etwas Gutes: „Sie sind perfekt, um Hinweise zu bekommen, woran wir noch arbeiten müssen“, sagte Mücke. Wegen des Kampfes um den fünften Tabellenplatz kann Düren unter diesem Gesichtspunkt nur gestärkt aus der Partie am Bodensee herausgehen.

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