Das Wasser der Wehe produziert jetzt auch Strom

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Inbetriebnahme der Anlage an der Wehebachtalsperre mit Herbert Polczyk vom WVER, mit den Landtagsabgeordneten Rolf Seel und Axel Wirtz, Bürgermeister Paul Larue und Professor Wolfgang Firk, WVER (v.l.).

Langerwehe. An allen Stauanlagen es WVER mit Ausnahme der Wehebachtalsperre befinden sich bereits Wasserkraft-Anlagen. Der Wasserdurchlauf an der Wehebachtalsperre ist jedoch relativ gering. Durch moderne Technik für Miniturbinen ist es möglich, auch daraus wirtschaftlich Strom zu gewinnen.

So konnte jüngst die Rur-Wasser-Technik GmbH als Tochtergesellschaft des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) an der Wehebachtalsperre eine kleine Wasserkraftanlage in Betrieb nehmen.

Die Wehebachtalsperre stellt Rohwasser für die Trinkwassergewinnung zur Verfügung, sie dient aber auch zur Abflussvergleichmäßigung des Wehebaches. Dieser Bach erhält im Unterlauf sein Wasser aus der Talsperre. Dabei wird Wasser in einer Spannbreite von 100 bis 200 Litern pro Sekunde abgegeben. 100 Liter stellen die ständig zu gewährleistende Minimalabgabe dar.

Fließen in Trockenwetterzeiten weniger als 100 Liter zu, wird der Bach im Unterlauf aus den Talsperrenvorräten entsprechend aufgehöht. Strömen jedoch mehr als 200 Liter in den Stausee, wird die darüber hinausgehende Wassermenge aufgefangen und zurückgehalten. Dadurch ist zum einen eine Mindestwasserführung im Wehebach, nicht zuletzt auch aufgrund von Wassernutzungen, zum anderen aber auch der Hochwasserschutz für den Unterlauf garantiert.

80 bis 100 Haushalte

Die Abgabe von 100 bis 200 Litern pro Sekunde erfolgt über eine entsprechende Leitung am Fuß der Talsperre. An diese Leitung wurde kürzlich ein Abzweig angeschlossen, in den die Turbine eingesetzt wurde. Vom Innenraum des Auslaufbauwerkes der Wehbachtalsperre aus wurde ein Hüllrohr für die Auslaufleitung der Kleinwasserkraftanlage mit einem Durchmesser von 800 Millimetern bis zur Schußrinne der Hochwasserentlastungsanlage vorgetrieben. Das Auslaufrohr für den Wasserabfluss selbst hat einen Durchmesser von 500 Millimetern.

Die Kleinwasserkraftanlage hat bei einem Durchfluss von 200 Litern eine maximale Leistung von 54 Kilowatt pro Stunde. Sie hat eine prognostizierte Leistung von etwa 340 000 Kilowattstunden/Jahr. Das entspricht dem Verbrauch von 80 bis 100 Haushalten. Die Turbine wurde im August 2010 bei der Firma WKV (Wasserkraft Volk AG) aus Gutach im Breisgau beauftragt und im Mai 2011 ausgeliefert. Bis dahin wurden die entsprechenden baulichen Voraussetzungen geschaffen. Die Turbine ging im Juni 2011 in den Probebetrieb.

Die Kosten der Gesamtmaßnahme liegen bei 217.000 Euro. Der Amortisierungszeitraum für die Anlage wird fünf Jahre betragen.

Durch das entsprechende Verbandsgesetz sind dem WVER bestimmte gesetzliche Aufgaben im Bereich der Wasserwirtschaft zugewiesen. Nicht zuletzt wegen seines Fachwissens wurden unter anderem von den Mitgliedern des Wasserverbandes auch wasserwirtschaftliche Dienstleistungen abgefragt, die der Verband im Rahmen seiner Tätigkeit und seiner Gebühren-Veranlagung nicht erbringen darf.

Deshalb gründete er mit der RWTG eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft, die weitere, darüber hinaus gehende Dienstleistungen anbieten kann.
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