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Das Schulessen ist ein echtes Dauerthema

Von: kin
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Sybille Niesen arbeitet in der Mensa der St.-Angela-Schule. Gestern gab es Hackbraten, Erbsen und Möhren und Kroketten. Foto: Sandra Kinkel

Kreis Düren. In der Mensa der St.-Angela-Schule gibt es Hackbraten oder Jägerschnitzel, Erbsen und Möhren und Kroketten. Sybille Niesen, die in der Küche arbeitet, ist bestens vorbereitet, die Mädchen können kommen. Viele Schulen im Dürener Land haben mittlerweile eine Mensa, im Schnitt kostet ein Mittagessen zwischen 2,80 und 3,50 Euro.

Aber nutzen Schülerinnen und Schüler das angebotene Schulessen wirklich zahlreich? Oder holen die meisten sich doch lieber Süßigkeiten oder Chips aus dem Supermarkt für die Mittagspause? Anlässlich des „Tages der gesunden Ernährung“ am Donnerstag fragen die „DN“ einmal nach.

„Seitdem wir vor einem Jahr den Caterer gewechselt haben“, sagt Schulleiter Wolfgang Habrich von der Angela-Schule, „läuft es glänzend. Wir verkaufen um die 150 Essen jeden Tag, das ist eine enorme Steigerung im Vergleich zu vorher.“ Um dem Ansturm gerecht zu werden, soll die Mensa der Angela-Schule demnächst sogar erweitert werden, damit eine zweite Essensausgabe eingerichtet werden kann.

Auch Andreas Grüderich vom Burgau-Gymnasium ist grundsätzlich mit der Akzeptanz der Mensa an seiner Schule. „Wir werden demnächst den Caterer wechseln“, sagt er. „Ich hoffe, dass dann noch mehr Kinder mittags hier essen. Im Augenblick werden in unserer Mensa bis zu 120 Essen pro Tag verkauft.“ Auch der Kioskbetrieb der Schule soll dann sein Angebot erweitern und durchgehend von 9 bis 14 Uhr Brötchen, Süßigkeiten, Wraps und Currywurst anbieten.

Wäre es sinnvoll, das Schulessen für alle Kinder und Jugendlichen verpflichtend einzuführen? Sinnvoll schon, sagt Heinz Moll von der Europaschule Langerwehe, aber nicht möglich. „Das sieht der Gesetzgeber so nicht vor. Wir müssen als Ganztagsschule ein Mittagessen anbieten, die Teilnahme ist aber für die Schüler freiwillig.“ Moll beobachtet an seiner Schule, dass Unter- und Oberstufenschüler regelmäßig zum Essen in die Mensa kommen. „Für die pubertierenden Jugendlichen in der Mittelstufe ist das einfach uncool“, so Moll. „Die hängen lieber mit einem Brötchen irgendwo ab.“

Walter Norbisrath von der Ganztagsrealschule Bretzelnweg würde es befürworten, wenn das Essen in der Schulmensa aus öffentlichen Mitteln bezahlt würden. „Aber dafür ist natürlich kein Geld da“, sagt er. 300 der 400 Schüler der Realschule Bretzelnweg haben Ganztagsunterricht, in der Mensa werden täglich zwischen 30 und 40 Essen verkauft. „Das ist natürlich zu wenig“, so Norbisrath.

„Die Mensa“, sagt Franz Holtz, Schulleiter des Rurtal-Gymnasiums, übrigens Dürens einziges Ganztagsgymnasium, „war unsere große Sorge von Anfang an.“ Bei 640 Schülerinnen und Schülern und 56 Lehrern werden hier in der Regel weniger als 20 Essen am Tag verkauft. „Es ist schon einmal besser“, so Holtz, wenn wir die Sachen anbieten, die die Kinder gerne mögen. „Also Döner, Currywurst und Fritten oder Pizza. Aber aus ernährungswissenschaftlichen Gründen können wir das natürlich nicht dauernd auf dem Speiseplan haben.“

Zwingen könne man keinen, so Holtz, in der Mensa zu essen. „Wir versuchen unsere Kinder da heranzuführen“, so der Schulleiter. „An jedem ersten Schultag nach den Sommerferien geht die Klasse geschlossen in die Mensa.“ Auch Hans-Willi Stollenwerk von der Anne-Frank-Gesamtschule würde sich wünschen, dass die Mensa an seiner Schule besser angenommen würde. „Wir bieten gesunde Ernährung an und versuchen Eltern und Kinder zu motivieren, dieses Angebot auch zu nutzen.“ Stollenwerk würde sich eine größere „gemeinsam Mittagessen-Kultur“ an der Schule in Mariaweiler wünschen.

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