Das schnelle Internet und „der Schulkannibalismus”

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Hürtgenwald. Das schnelle Internet kommt bald auch in die Höhengemeinde, aber das wird teurer, als zunächst angenommen. Das erfuhren die Mitglieder des Rates bei der jüngsten Sitzung.

Im Gemeindegebiet sind überall Verteilerkästen aufgestellt und Leerrohre für Breitbandkabel verlegt worden. Überall, nur nicht auf der Strecke von Nideggen-Brück nach Zerkall.

„Jetzt ist die Telekom dran”

Die Kosten für die Verlegung der Rohre haben je zur Hälfte Kreis und Gemeinde übernommen. „Jetzt ist die Telekom dran”, meinte Bürgermeister Axel Buch. Wann genau „das Internet scharf geschaltet wird”, wie ein Ratsherr sagte, werde die Telekom noch diese Woche mitteilen.

Ein Problem hat sich allerdings hinsichtlich des Ortsteils Zerkall ergeben. Die Verwaltung war davon ausgegangen, dass Leerrohre dorthin durch lockeren Boden verlegt werden müssen. Aber statt durch lockeren Waldboden geht es durch nichts als harten Fels. 127.000 Euro, viel mehr als zunächst angenommen, kostet nun die Verlegung, die gegen die Stimmen der SPD beschlossen wurde. Dass die Sozialdemokraten das Geld für die 171 Zerkaller Einwohner nicht ausgeben wollen, stieß bei Buch auf völliges Unverständnis.

Noch Geld übrig

Absolut harmonisch ging es zu, als Gelder aus dem Konjunkturpaket II verteilt wurden, die von anderen Maßnahmen übrig geblieben sind. Insbesondere das Gymnasium in Vossenack soll in den Genuss von Maßnahmen kommen, mit denen jede Menge Energie gespart werden kann. Diesbezüglich will die Verwaltung mit der Leitung des Gymnasiums Kontakt aufnehmen.

„Die Kommunen haben angefangen, sich zu bekriegen”, musste Buch den Politikern mitteilen. Und: „Sie versuchen, sich gegenseitig die Schüler wegzunehmen.” In dem Bemühen, Hürtgenwalds Schulen stark zu machen, hatte Buch Erkundigungen eingeholt und „einen ungesunden Kampf” und „eine schlimme Entwicklung” zur Kenntnis nehmen müssen.

„Der Schulkannibalismus” sei im Kreis Düren in vollem Gange, wußte auch Andrea Volk (SPD) aus ihrem beruflichen Alltag als Lehrerin. Auch Monschau, Roetgen, Simmerath und Schleiden hätten es auf Schüler aus dem Kreis Düren abgesehen. Man nahm sich vor, sich in Kürze des Themas ausführlich anzunehmen und die Frage zu klären, ob sich die Schulen in Kleinhau möglicherweise in eine (von der neuen Landesregierung erfundenen) Gemeinschaftsschule umwandeln lassen. Zuschüsse soll es dazu jedenfalls geben. Andrea Volk: „Wenn wir damit Ostern anfangen, ist es zu spät”. Dem stimmte jeder zu.
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