Das „Rurtal” könnte Ganztagsgymnasium werden

Von: Ingo Latotzki
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Düren. Nach der Realschule am Bretzelnweg könnte eine zweite weiterführende Schule in der Stadt Düren Ganztagsschule werden.

Das Rurtalgymnasium zeigt sich grundsätzlich interessiert, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen”, sagte Direktor Franz Holtz am Montag den „DN”. Vorraussetzung wäre ein Beschluss der Schulkonferenz, der neben Lehrern und Schülern auch Eltern angehören.

„Wir bräuchten auf jeden Fall ein positives Signal der Schule”, sagt CDU-Fraktions-Vorsitzender Karl-Albert Eßer. Seine Partei hat sich per Wahlprogramm auf die Fahne geschrieben, ein Ganztagsgymnasium in Düren einzurichten.

Sollte das Rurtalgymnasium umgewandelt werden, könnte das im Rahmen des „1000-Schulen-Programmes” des Landes NRW geschehen. Das Rurtalgymnasium erhielte dann einen Zuschuss von zirka 50.000 Euro, sagt der Leiter des Dürener Schulverwaltungsamt Dirk Keimes.

Rurtalleiter Holtz würde es begrüßen, wenn seine Schule Ganztagsschule würde. „Wir hätten dann etwas, was nur wir anbieten.” Außerdem sei Nachmittagsunterricht an Gymnasien angesichts der kürzerer Zeit bis zum Abitur (acht Jahre) schon heute völlig normal.

In seiner morgigen Sitzung will sich der neue Stadtrat mit dem Thema beschäftigen. Die CDU möchte einen Grundsatzbeschluss fassen, um an die Landesförderung zu kommen. Das Programm läuft Ende November aus.

Eine Umwandlung zur Ganztagsschule hätte für das Rurtalgymnasium erhebliche Investitionen zur Folge. Unter anderem müssten neue Aufenthaltsräume für Lehrer und Schüler geschaffen werden, sagt Direktor Holtz.

Ob die Stadt Düren angesichts ihrer Finanznöte eine in Rede stehende siebenstellige Summe schultern könnte, ist fraglich. „Es wäre ein Kraftakt”, sagt denn auch CDU-Fraktionschef Eßer. Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen hält der Christdemokrat eine Umwandlung für dringend geboten. Es gebe immer mehr Alleinerziehende oder Familien, in den Mutter und Vater arbeiten müssen.

Zudem steige die Zahl der Kinder, die „aus welchen Gründen auch immer” Zuhause nicht so gefördert werden wie es sein könnte.

SPD-Fraktionsvorsitzender Henner Schmidt lehnt eine Umwandlung des Rurtal-Gymnasiums zur Ganztagsschule „grundsätzlich ab”.

Die SPD favorisiere eine dritte Gesamtschule für Düren oder eine so genannte Stadtteilschule, die einen besonderen pädagogischen Betreuungsansatz hat. „Wir wollen andere Strukturen in der Schullandschaft”, sagt Schmidt, der auch dagegen ist, dass „Kinder schon nach dem vierten Schuljahr aussortiert werden”.

Lieber sähe es der Sozialdemokrat, wenn Düren beim Land ein Modellprojekt beantragen würde, „um ganz neue Wege, etwa mit einer Stadtteilschule, zu gehen”.
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