Düren - Das Publikum liegt Kabarettist Becker zu seinen Füßen

Das Publikum liegt Kabarettist Becker zu seinen Füßen

Von: wey
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Düren. „Ich bin noch nie in einer Halle aufgetreten, die meinen Namen trägt”, eröffnete Jürgen Becker seinen Auftritt in der Kulturfabrik Becker&Funck im Dürener Osten. Dann noch ein augenzwinkernder Schlenker zur 50er-Jahre-Architektur der Rurstadt, und das Publikum lag ihm zu Füßen.

Dann konnte es losgehen, mit seinem Programm „Volksbegehren – Die Kulturgeschichte der Fortpflanzung“. Der geneigte Zuschauer erfuhr Mögliches und Unmögliches über die Vermehrung bei Bienen, Blattläusen und Menschen. Und wie die Lust am Fleischlichen mit den Jahren dem Frust mit der Steuererklärung weicht.

Auch vermutete der Kabarettist, Humphrey Bogart hätte zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr gesagt: „Ich schau’ dir in die Augen, Kleines“, sondern vielmehr: „Ich mäh’ schon mal den Rasen, Kleines.“ „Balzen und der ganze Stress” zögen sich wie ein roter Faden durch Evolutions- und Menschheitsgeschichte, sinnierte Becker. Dabei machte er auch vor der Bibel nicht Halt: „Da bedeuten Erkenntnis und Sex das gleiche.” Und er mahnte zu allerhöchster Vorsicht, wenn jemand frage: „Darf ich mich erkenntlich zeigen?“

Auch Joschka Fischer bekam sein Fett weg, oder eben nicht. Der Unterschied zwischen ihm und einer Blattlaus? Den gäbe es nicht, so der Kabarettist: „Beide sind grün, dick und hässlich.” Wesentlich ästhetischer ging es da in der Götterwelt zu, wie Becker an Hand von auf Leinwand projizierten Gemälden zu erläutern wusste. Aber auch Pythagoras, der große Mathematiker, und der deutsche Handwerker an sich finden Erwähnung in Herrn Beckers lustiger Abhandlung der Geschichte der Fortpflanzung.

Die Veranstaltung war ausverkauft und wurde von den Zuschauern mit einem kräftigen Applaus bedacht. Becker ist mit seinem Programm noch bis Jahresende auf Tour. Zum Teil sind die Vorstellungen jetzt schon ausverkauft. Wer seinen Auftritt verpasst hat, oder ihn noch einmal sehen will: Am 2. November tritt er um 20 Uhr im Talbahnhof Eschweiler auf.

 

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