Das Prinzendasein muss gar nicht so teuer sein

Von: Margret Vallot
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Jeck sein kann Georg I. auch in einem Kostüm, das schon mehrfach getragen wurde. Mit Schluppe-Präsident Peter Kaptain führt er es in Kreuzau vor. Foto: Anneliese Lauscher

Kreuzau. „Was das alles kostet?“, fragt sich jeder automatisch, der den Kreuzauer Prinzen Georg I. (Valter) ist seinem prächtigen, blauweißen Ornat sieht. Und man glaubt es kaum, wenn Prinzengattin Marion Valter sagt, mit den Ausgaben für alles, was mit dem Prinzentum zu tun habe, „bleiben wir unter 5000 Euro“. Aber genau das kann tatsächlich zutreffen.

Der Präsident der KG Ahle Schluppe, Peter Kaptain, betont, er denke jedes Jahr zu allererst über die Frage nach: Wie können wir alles noch etwas preisgünstiger machen? Ziel der KG sei es, eine Kostenspirale erst gar nicht in Gang zu setzen. Zum Beispiel dadurch, dass jeder seinen Vorgänger an Pracht und Glanz noch übertreffen will.

Es seien, so Kaptain, bewusst „Kostenbremsen“ eingebaut worden. Das Rundengeben habe man „rigoros abgeschafft“. Dem Prinzen und seiner Familie sei es auch verboten, zu sich nach Hause zu Empfängen einzuladen. Preise für die Kostüme der Prinzengruppe seien von jedem Einzelnen selbst zu übernehmen und dürften eine gewisse Höhe nicht überschreiten. Um Einfluss zu haben, „hat der Verein bestimmte Entscheidungen in seine Zuständigkeit genommen“. Beispiel: Fähnchen und Wurfmaterial kauft der Verein. Der Prinz darf selbst keinen gekauften Orden auflegen, nur selbst gebastelte. Einladungen und Tischdekorationen müssten selbst gebastelt sein.

Keine teuren Orden

Zwischen drei schon mehrfach getragenen Prinzenkostümen in drei verschiedenen Größen kann jeder neue Regent in Kreuzau auswählen. Die Kappe wird ebenfalls von Prinz zu Prinz weitergereicht, die Schuhe von Georg I. sind vom Vorgänger, „die passten zufällig“. Und selbst das Zepter wird von Jahr zu Jahr weitergereicht.

Dabei leisten sich die Kreuzauer keine teuren Orden, sondern Sticker. Marion Valter trägt ein Kostüm, das kostet 150 Euro, wie sie freimütig berichtete.

Gegen einen Vergleich wehrt sich Kaptain sehr, aber: In Düren, wo allerdings nicht ein einzelner Prinz, sondern ein Prinzenpaar ausgestattet werden muss, gab es stets für beide ein funkelnagelneues Outfit. 21 000 Euro kostete beispielsweise 2007/2008 Wino Ulhas samt Gattin die Regentschaft. Dabei ist allerdings auch zu bedenken, dass in Kreuzau etwa 40 Termine absolviert werden, in Düren aber dreimal so viele.

Das Geld sitze einfach nicht mehr so locker, und er freue sich, dass man sich in Kreuzau auf die neue Situation einstellt, sagt Rolf Peter Hohn, Vizepräsident des Bundes Deutscher Karneval,. Und Kaptain ergänzt: „Im Prinzip muss jeder in der Lage sein, Prinz zu werden.“

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