Nideggen - Das perfekte Ambiente gefunden

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Das perfekte Ambiente gefunden

Von: Anneliese Lauscher
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„Knastbrüder”: In einem mun
„Knastbrüder”: In einem munteren Dialog empfahlen Moderator Thomas Hackenberg (2.v.l.), Reinhard Jahn, Ingrid Müller-Münch und Ulrich Noller (von links) den Krimifans spannende Literatur. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen. Im alten Gemäuer der Nideggener Burg wurden am Samstagabend schaurig-schöne Geschichten empfohlen: Es ging um Mord und um die Abgründe der menschlichen Seele. Aus dem Bergfried sendete der WDR die „Telefonische Mord(s)beratung”.

Die Sendung befasste sich insbesondere mit dem Thema „Knastbrüder - Krimi hinter Gittern”; und Moderator Thomas Hackenberg fand die Atmosphäre so richtig passend: Man solle sich vorstellen, dass hier im Mittelalter Menschen gefangen gehalten wurden, in diesen dicken Mauern.

Da konnte Luzia Schlösser, die Gastgeberin, noch Details hinzufügen; sie ist die Leiterin des Burgenmuseums und malte den Zuhörern aus, wie grausam und unmenschlich man mit Gefangenen umgegangen ist und wie ausweglos ihre Lage war.

Damit die Zuhörer an den Radios auch wirklich einen lebendigen Eindruck von der Nideggener Burg und dem Publikum bekommen konnten, sollte zunächst die „Applausfähigkeit” unter Beweis gestellt werden. Der Test klappte ganz gut.

Thomas Hackenberg ermunterte zu Zwischenrufen, lautem Lachen und Kommentaren aus dem Zuschauerraum. Er fragte ein Ehepaar, von wo es nach Nideggen gekommen sei. Die beiden kamen aus Bornheim, aber es waren sogar Gäste aus Mainz und Oberhausen da. Offensichtlich war diese Live-Sendung für viele Krimifans eine Attraktion.

Die drei Krimiexperten Reinhard Jahn, Ingrid Müller-Münch und Ulrich Noller, berichteten zum Auftakt von ihren Erfahrungen, sie hatten Gefängnisse besucht und beschrieben die Stimmung dort als traurig und bedrückend. Ganz von selbst kamen sie auf Joe Bausch zu sprechen, der seit über 20 Jahren Gefängnisarzt ist, den man aus dem sonntäglichen „Tatort” kennt und dessen Buch „Knast” wochenlang auf den Bestsellerlisten zu finden war. Reinhard Jahn erinnerte an „Die Verrohung des Franz Blum”, worin Burkhard Driest den „Sühnegedanken” anprangert und mehr Resozialisierung fordert.

Es entspann sich ein lockerer Dialog zwischen den Krimiexperten; sie hatten eine Reihe passsender Beispiele für „Knastliteratur” parat. „Es gibt Gefangenenliteratur seit dem Mittelalter”, meinte Ulrich Noller, „oft haben Gefangene ihre Geschichte aufgeschrieben.” Er nannte als einen sehr bekannten Vertreter Henri Charrières „Papillon”, und Reinhard Jahn erinnerte an den „Gefangenen von Alcatraz”.

Die WDR-Hörer dürfen bekanntlich in der Sendung anrufen; eine Dame war auf der Suche nach einem Krimi, der im Harz spielt. Ihr konnte geholfen werden. Und E-mails mit speziellen Krimi-Wünschen wurden vorgelesen, auch da hatte das belesene Trio prompt Empfehlungen auf Lager, einer sollte in England spielen, einer in Hongkong, das konnten die Drei alles liefern.

Einig sind sie sich, dass „Die Stadt der Toten” von Sara Gran unbedingt lesenswert ist. Und ebenfalls herrschte Einigkeit, dass „Der Sturm” von Thomas Steinfeld einfach ärgerlich sei. Schlimmer noch kommt das neue Werk von Jussi Adler-Olsen weg: „Verachtung”. Es ist „dick, fad und langweilig” - also „für die Tonne”!

Die Liste der Empfehlungen veröffentlicht der WDR immer dienstags im Internet, da werden die Krimifreunde nicht zu bremsen sein und sich auf die Jagd nach ihrem Lieblingsschmöker machen.
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