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Das Mittelalter als ein lebendiges Museum

Von: ale
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Richtig finster blicken junge und alte Rittersleut beim Burgfest in Nideggen drein. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen. Die freundliche Begrüßung lautete: „Sei gegrüßt!” Im mittelalterlichen Gewande, für alle Fälle mit dem Schwert bewaffnet, ließ der Knappe die Besucher ein. Auf der Burg Nideggen feierte man am Wochenende das Burgfest.

Die einzigartige Kulisse hatte viel fahrendes Volk angelockt, das rund um die Burg Zelte und Hütten aufgebaut hatte, Waren feilbot, Musik machte, zum Essen und Trinken und Spielen einlud. In der Schmiede loderte das Feuer; Musikanten spielten alte Musik. Der Balbierer fesselte die Aufmerksamkeit der Kinder: Ob er wirklich für Beinbrüche, Aderlass und Zähneziehen zuständig war? Ritter zu Pferd, zwar ganz lebendig, doch in traditioneller Kleidung bereicherten farbenfroh das Bild.

Das Angebot einer Burgführung nahmen viele dankbar an; da wusste ein Helfer des Grafen in schaurig-schöner Art von den harten Sitten des Mittelalters zu berichten. Von der Gräfin, die, mit Honig bestrichen, ein Opfer der Wespen und Bienen werden sollte, und von gnadenlosen Gerichten erzählte er. Da bekamen die Kinder große Ohren und noch größere Augen, als sie ins Angstloch blickten!

Auch draußen konnte man aktiv an der Reise ins Gestern teilnehmen: Mäuseroulette, Bogenschießen, Holzhacken, Haut den Lukas oder die Emma, Lichterstippen und allerhand Gedulds- und Geschicklichkeitsspiele forderten die Besucher zum Ausprobieren auf. Mit der Kinderarmbrust durften die Jüngsten üben, und der Gewinn flog ihnen direkt in die Arme. Das Warenangebot war äußerst verlockend: Figuren aus Steinguss, Schwerter, Ledersachen, allerhand Tand und Schmuck, bunte Perlen und klingende Glöckchen, Spielsachen, Hüte und Umhänge konnte man erwerben.

Die Tonflöten, aus denen man Vogelzwitschern hervor zaubern konnte, waren besonders begehrt. Und natürlich musste manch ein Nachwuchsritter mit einem Holzschwert ausgerüstet werden. Unter dem bunten und geschäftigen Treiben nahm man den Duft nach Spießbraten, Rahmbrot, Flammkuchen und Bier wahr. Spielleute, Gaukler und Künstler sorgten mit ihren Vorführungen stets für Unterhaltung.

„Eine Reise ins Gestern und Heute”, so hatten der Kreis Düren, der zusammen mit „Kramer Zunft und Kurtzweyl” das Fest veranstaltete, die Festivität genannt. Landrat Wolfgang Spelthahn hatte als Schirmherr angekündigt: „Das Mittelalter kehrt zurück ins lebendige Museum.” Das Versprechen wurde gehalten. Und als ein ganz aktuelles Brautpaar über den Burgplatz schritt, wurde es von dem bunten Volk mit viel Hallo und Glückwünschen bedacht.
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