Das Land NRW unterstützt fünf Migranten-Vereine

Von: vino
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Die Vorsitzenden von fünf Migrantenselbstorganisationen haben von Integrationsstaatssekretärin Serap Gülar (vorne, 3.v.r.) einen Förderbescheid erhalten. Gülar möchte durch Vermittlung helfen. Foto: vino

Düren. Die Integration von Flüchtlingen und Migranten ist wichtig. Damit das gelingt, setzen sich oft auch ehemalige Einwanderer dafür ein, dass sie sich gut in Deutschland einleben. Fünf Migrantenselbstorganisationen aus Düren werden jetzt ein Jahr lang vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Aber auch Probleme werden deutlich.

Serap Güler, Staatssekretärin für Integration. hat sich selbst ein Bild gemacht von den Vereinen, die ihre Landsleute unterstützen. Davon gibt es in Düren einige, darunter den kurdisch-syrischen Hilfsverein für Flüchtlinge, den Eritreischen Verein für Frieden, den Nordkaukasischen Kultur- und Freundschaftsverein, Germ Afrika Kompass und den Tamil Makkal Kulturverein.

Roza Hadera vom Eritreischen Verein für Frieden ist selbst erst vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen. Ihr Anliegen sind besonders die Frauen: „Wenn sie nach Deutschland kommen, sind sie oft isoliert. Unser Verein soll ihnen die Möglichkeit bieten, rauszukommen und in Kontakt mit anderen Frauen zu treten“, sagt sie. Dabei sei wichtig, dass ihnen auch deutsche Werte vermittelt werden: „In unserer Kultur ist es völlig normal, Kinder zu schlagen. In Deutschland soll man das aber nicht tun“, sagt Hadera. „Das müssen die Frauen erst lernen.“

Der Afrikanische Verein Germ Afrika Kompass setzt vor allem auf Kommunikation. Im Programm „Come and talk“ wird mit Menschen aus sechs Nationen in drei Sprachen gesprochen: Deutsch, Englisch und Französisch – „damit auch alle das Gesagte verstehen“, sagt Jean-Jaques Badji, der selbst vor knapp zehn Jahren aus dem Senegal geflüchtet ist.

Fördermittel

Die Fördermittel werden von den Vereinen gebraucht, um Ausflüge zu organisieren, Anschaffungen wie Handys oder Computer zu finanzieren und geeignete Räume für die Treffen zu finden.

„Letzteres ist das größte Problem“, erklärt Winfried Simon von der Diakonie Integrationsagentur. Das „Café International“ der evangelischen Gemeinde ist für mehrere Vereine als Zusammenkunft viel zu klein: „Es platzt aus allen Nähten“, sagt er. Daher sei ein gemeinsames Integrationszentrum von Nöten.

Dieses zu bekommen, ist aber nicht einfach: Unterkünfte gebe es zwar genug, „als Mieter sind unsere Vereine aber nur ungern gesehen“, sagt Simon. Die Skepsis aufseiten der Eigentümer im Falle einer Haftungsfrage sei zu groß. Eine Lösung sehen Simon und die Vereine nur in der Mithilfe des Landes NRW: „Wir wünschen uns eine Bürgschaft“, sagt Simon.

Eine Forderung, die Integrationsstaatssekretärin Gülar ablehnen muss: „Wir unterstützen rund 400 Migrantenselbstorganisationen in Nordrhein-Westfalen, da können wir unmöglich für alle bürgen.“ Gülar verspricht, sich in Zukunft trotzdem um die Anliegen der Vereine zu kümmern. „Hier gibt es eine Menge engagierte Helfer. Wir werden uns bemühen zu vermitteln.“

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