Das Jonas Burgwinkel Quartett tischt ein würziges Menü auf

Von: Bruno Elberfeld
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Rainer Böhm (Klavier), Robert Landfermann (Bass), Julian Argüilles (Saxofon) und Jonas Burgwinkel (Schlagzeug) erzählten mit ihren Instrumenten von einer bunten Welt, voller Schönheit und Gefahren. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Schon ihr Einstieg im „Komm“ gestaltete sich vielversprechend. Pianist Rainer Böhm hatte irgendetwas vergessen, so dass die drei anderen Akteure für sich und das Publikum wenige Minuten überbrücken mussten. Bandleader Jonas Burgwinkel am Schlagzeug, Julian Argüilles, Saxophon, und dem Bassisten Robert Landfermann gelang dies charmant und witzig. „Jede Comedy beginnt so“, sagte Burgwinkel augenzwinkernd.

Ernst wurde der Abend dann doch, geladen mit Emotionen, in teils großer Bewunderung durch das Publikum für die faszinierenden Kompositionen, die das Jonas Burgwinkel Quartett auf der kleinen Bühne darbot.

Die Mit-Köche im Blick

Dem Beobachter hätte ein Bild aus der Küche eines Sternerestaurants in den Sinn kommen können: Küchenchef Jonas Burgwinkel bereitete am Schlagzeug ein sehr würziges Gericht vor, ein Menü mit vielen Varianten. Dabei behielt er seine Mit-Köche im Blick, hatte zu jedem Kontakt, hatte sie „im Ohr“, auch wenn er hier und da mit geschlossenen Augen seine Musik durchlebte.

Der „Echo“-Gewinner von 2012 bewies, dass er diesen großen Preis wirklich verdient hat. Das Klavier bearbeitete Rainer Böhm, lässig, im Wechsel mit hoher Anspannung, performte er die Töne, Melodien und Rhythmen ganzkörperlich. Vorne agierte an diesem Abend der britische Saxophonist Julian Argüilles, der sein Instrument mit überzeugender Inbrunst blies und manchmal auch nur behauchte.

Ruhender Pol des Quartetts war Bassist Robert Landfermann. Auch er kennt sein Instrument, weiß, wann er es zupfen oder streichen muss. Die Kompositionen stammten von Zeitgenossen wie John Coltrane, Joachim Kühn oder auch von Quartett-Mitglied Rainer Böhm. Drei Stücke zur Einstimmung in das Konzert stammten aus der Feder von Jonas Burgwinkel.

Was die Besucher im „Komm „ansprach, war die Präsenz von Musikern, die ihre Kunst mit Hingabe präsentierten. Unglaublich die technische Klasse, gepaart mit einer großen Empathie. Zum Staunen waren die vielen Einfälle des Drummers, aus Alltagsgerätschaften Geräusche und Klänge hervorzulocken.

Jonas Burgwinkel kennt die Möglichkeiten seiner Band und zeichnete mit ihr im „Komm“ ein Hier und Heute voller Buntheit, Möglichkeiten und Gefahren.

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