Düren - „Darf ich wirklich den Prinzen anfassen?”

„Darf ich wirklich den Prinzen anfassen?”

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:

Düren. Es ist Samstag, 10 Uhr in der Früh. Vor einer Bäckerei in der Oberstraße tummelt sich eine immer größer werdende Menschenmenge. Die „Rums und Bums Kapell” der Karnevalsgesellschaft „Kick es” aus Rölsdorf hat schon Aufstellung genommen, Kinderprinzessin Nina Marie I. ist da und auch die Herren des Festkomitees trudeln langsam aber sicher ein. Eigentlich fehlt nur noch das Prinzenpaar.

„Prinz zum Anfassen” heißt die Aktion, zu der das Festkomitee an diesem Samstag Morgen eingeladen hat, rund fünf Stunden werden Ulrich Schmeding und seine Prinzessin Katharina Keemß-Schmeding durch die Stadt ziehen, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. „Karneval ist eine Sache für die Menschen”, sagt der Präsident des Festkomitees Dürener Karneval Peter Körner. „Und um Menschen geht es auch heute. Es soll menscheln.”

Sonst kaum Zeit

Im normalen Sitzungsbetrieb, so Peter Körner weiter, habe das Prinzenpaar kaum Zeit, um mit den Närrinnen und Narren in Kontakt zu kommen. „Und das genau soll heute anders sein”, sagt Peter Körner. „Heute ist alles ganz spontan.” Schwer zu glauben, bei einem Plan, der zwei DIN A 4-Seiten umfasst und den Peter Körner an diesem Morgen verteilt. „Glauben Sie es mir”, sagt er. „wir kommen heute mit den Menschen ins Gespräch.” Und Peter Körner soll Recht behalten.

Erste Station Rundgangs durch die Innenstadt ist die Bäckerei in der Oberstraße, Heinrich und Gabi Reinartz bitten alle in die Backstube, es gibt Berliner und belegte Brötchen, Bier und Alkoholfreies. „So eine Stärkung tut gut”, sagt Ulrich Schmeding. „Das wird heute ein langer Tag.” Ein sehr langer, vielleicht sogar einer der längsten der Session.

Um 7.30 Uhr hat das Prinzenpaar an diesem Morgen mit seinem Gefolge gefrühstückt, um 10 Uhr war Treffpunkt in der Stadt und der letzte Termin an diesem Tag ist um kurz vor Mitternacht.

„Der Spaß ist immer noch da”

„Ich bin nicht sicher”, schmunzelt Prinz Ulrich, „ob wir bei den letzten Auftritten nicht zwei Stühle auf der Bühne brauchen.”

„Brauchen wir nicht”, sagt Prinzessin Katharina ziemlich resolut. „Und der Spaß ist auch immer noch da. Und das geht auch nicht weg.”

Die Truppe zieht los. Insgesamt stehen heute acht Stationen auf dem Programm, im Kaufhof und im Stadtcenter gibt es sogar ein kleines karnevalistisches Programm mit Mariechentanz und Gesang. Viele Menschen bleiben stehen, als sich der kleine karnevalistische Tross durch die Oberstraße in Richtung Marktplatz bewegt, die meisten winken, manche rufen Alaaf! „Sie sind eine echte Bereicherung für diesen Samstagmorgen”, ruft eine Frau.

Das Prinzenlies? Na klar!

Plötzlich kommt eine ältere Dame und fragt: „Darf ich wirklich mal den Prinzen anfassen? Das ist ja toll.” Ulrich Schmeding nimmt sie lächelnd in den Arm. „Können wir denn auch mal das Prinzenlied singen?”, ruft ein Mann aus Winden. „Ich war mal Prinz bei den „Wendene Seempött´. Bitte.” Die Rölsdorfer „Rums und Bums Kapell” ist flexibel, schnell wird „Einmal Prinz zu sein” angestimmt und alle singen mit.

Auf dem Markt entsteht so etwas wie Straßenkarnevals-Atmosphäre. „Das meine ich”, sagt Peter Körner. „Die Leute haben Spaß. Und das ist doch toll.” Am Marktstand von Hans-Georg Pohl verkauft das Prinzenpaar eine Weile Obst und Gemüse, von den Kunden werden die beiden immer wieder auch nach ihren Erfahrungen aus dem Karneval gefragt. Und immer wieder muss der Westfale Ulrich Schmeding sich die Frage gefallen lassen, ob er mittlerweile schon ein bisschen Patt gelernt hat. Der Prinz nimmt´s gelassen, vermutlich deshalb, weil er „jeden Abend mindestens ein neues Wort auf Platt” lernt. Das letzte war übrigens „Klatschkies”, auf Hochdeutsch Quark.

Die Karawane setzt sich wieder in Bewegung. Kölnstraße, Wirtelstraße - wirklich das volle Programm. Und wer immer mit Prinz Ulrich und seiner Prinzessin reden möchte, er bekommt auch Gelegenheit dazu. „Wir wollen den Dürenern einen schönen Vormittag machen”, sagt Peter Körner. Und das ist an diesem Samstag gelungen.
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