Containerbahnhof: Auch Düren ist mehr als skeptisch

Von: Ingo Latotzki
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Düren. Einen Tag, nachdem die Dürener CDU öffentlich klar gemacht hat, dass sie den Bau eines Containerterminals zwischen Arnoldsweiler und Merzenich mehr als skeptisch sieht (wir berichteten), schlagen die Wellen hoch.

Die Kernfrage lautet: Ist das 50-Millionen-Projekt gescheitert? Niemand sagt das in dieser Klarheit, aber einiges deutet darauf hin. Wie der Baudezernent der Stadt Düren, Paul Zündorf, den „DN“ am Donnerstag sagte, sei die Landesregierung derzeit nicht gewillt, finanzielle Mittel zur Planung des Containerbahnhofes zur Verfügung zu stellen. Allein diese Planungsphase ist auf etwa acht Jahre ausgelegt und würde mehr als eine Million Euro kosten. Finanziert werden müssen unter anderem Gutachten, die sich mit der Machbarkeit des Terminals oder mit Naturschutz- und Umweltfragen beschäftigen.

Nachdem die Rurtalbahn vor mehr als einem Jahr erstmals mit entsprechenden Ideen an die Öffentlichkeit ging, gibt es Bürgerproteste in den betroffenen Orten Arnoldsweiler und Merzenich. Auch angesichts dieses Gegenwinds ist Baudezernent Zündorf „mehr als skeptisch“, dass das Projekt realisiert wird. Neben der Finanzierung und den Widerständen aus der Bevölkerung gibt es viele unbeantwortete Fragen: Welche Art von Arbeitsplätzen würden entstehen – und wie viele? Wird es ein drittes Gleis zwischen Aachen und Düren geben, dass unter anderem die SPD immer gefordert hat, weil sie es für „dringend erforderlich“ hält, wenn die Stadt zum Logistikzentrum würde? Dies sind nur einige Fragen, auf die es bisher eine Antworten gibt.

„Es hätte wie bei der B 56 einen Vorstoß aller Beteiligten gebaucht“, sagt Dietmar Nietan, der Dürener SPD-Bundestagsabgeordnete. „Wir haben im Kreis drei MdB und fünf Landtagsabgeordnete, dazu weitere hochkarätige Amtsträger“, sagte Nietan den „DN“. Einer müsste alle an einen Tisch holen, um gemeinsam ein Konzept zu entwickeln. Nach Nietans Meinung sei das Sache von Dürens Bürgermeister Paul Larue. Auf dieser Basis, wäre dann ein Vorstoß bei der Landesregierung angebracht, um Zuschüsse zu beantragen. Nietan selbst ist überdies Beiratsmitglied der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR), die eine Studie in Auftrag gegeben hat, um geeignete Standorte für Güterverkehrszentren in der Region zu finden. „Vielleicht ist Düren ja dabei“, sagt Nietan.

Ins gleiche Horn stößt Hans-Peter Nießen, Geschäftsführer der Rurtalbahn. Der Zug sei noch nicht abgefahren, noch laufe der Prozess. Es sei nicht klar, dass es keine Zuschüsse geben würde. Er habe bei der IRR um Zuschüsse nachgeffagt, aber noch keine Antwort erhalten. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Rurtalbahn, Landrat Wolfgang Spelthahn, will „die Flinte nicht ins Korn werfen“. Auch er setzt auf die IRR, vor allem dann, „wenn berechnet wäre,, wie hoch die Planungskosten genau sind“. Das können aber nur die Stadt Düren, weil das Terminal auf ihren gebiet gebaut würde. „Wenn es gewünscht ist, können wir unterstützen“, sagte er den „DN“.

Unterdessen weist CDU-Chef Thomas Floßdorf darauf hin, dass die Politik erkannt habe, dass Logistik ein Zukunftsmarkt sei. Daher sei es wichtig, weitere Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen – auch ohne Containerbahnhof.

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