„Chrom“: Eine Dürener Erfolgsgeschichte in den Charts

Von: Sandra Kinkel
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Tom Winter und Christian Marquis (von links) geben als Band „Chrom“ um die zehn Konzerte im Jahr – weltweit. Mit ihrem Album „Peak & Decay“ haben sie es eine Woche lang auf Platz 41 der offiziellen Deutschen Albumcharts geschafft. Foto: nana-art/Christiane Marquis

Düren. Der Anruf von der Plattenfirma kam für Christian Marquis ziemlich überraschend. „Herzlichen Glückwunsch. Ihr seid auf Platz 41 der offiziellen Deutschen Albumcharts“, hat der Vertreter des Labels gesagt. Und Marquis hat „erst einmal einen Schrei abgelassen“. „Ich konnte das gar nicht glauben“, sagt der Sänger der Band „Chrom“, die sich in der internationalen Elektropop-Szene längst einen Namen gemacht hat. „Das war Wahnsinn.“

„Chrom“, das ist neben Christian Marquis noch Thomas Winters. Die beiden Dürener, die schon immer gerne und viel Musik gemacht haben, haben sich vor 17 Jahren in der LVR-Klinik kennengelernt. Winters hat dort als Krankenpfleger gearbeitet, Marquis eine Ausbildung in eben diesem Beruf gemacht. „Wir haben damals auch ab und zu schon zusammen Musik gemacht“, erzählt Winters, „uns dann aber aus den Augen verloren.“

Erst 2007 haben die beiden sich wieder getroffen – bei einem Konzert in Köln. Marquis: „Damals haben wir festgestellt, mit unseren aktuellen Musikprojekten nicht ganz ausgefüllt zu sein. Wir haben uns entschlossen, es zusammen zu versuchen.“ Das war die Geburtsstunde von „Chrom“.

Die beiden Männer haben sich dem Elektropop verschrieben – mit Einflüssen von Synth Pop, EBM und Club-Elektro, will heißen: Satte Beats, durchdringende Bässe, die gerne auch richtig druckvoll sein können, garniert mit Ohrwurm-Melodien. Thomas Winters: „Unser erstes Album haben wir selbst produziert. Damals gab es die ersten Internetplattformen, mit denen es viele Bands schafften, dass ihre Musik auf der ganzen Welt präsent wurde. Und wir eben auch.“

Ziemlich schnell bekam „Chrom“ immer mehr Konzertanfragen, irgendwann ist Chris Pohl der Sänger von „Blutengel“ auf Marquis und Winters aufmerksam geworden und hat die beiden unter seine Fittiche genommen. „‚Blutengel‘ ist in der Elektropop-Szene eine große Nummer“, sagt Christian Marquis. Und kurze Zeit später hat auch eines der einflussreichsten Plattenlabel der Elektropop-Szene, nämlich „Out of line“, „Chrom“ unter Vertrag genommen.

Christian Marquis und Thomas Winters schreiben ihre Songs zum größten Teil selbst. Sie lieben es, mit Hilfe von Synthesizern eigene Sounds zu kreieren und etwas fast schon Einzigartiges zu schaffen. „Im Grunde“, sagt Christian Marquis, „machen wir Musik, die uns selbst gefällt. Und die gefällt vielen anderen zum Glück eben auch.“ Die Elektro-Pop-Szene sei im Vergleich zu anderen Musikrichtungen eher klein, aber „eben nicht total klein, und auch ziemlich zahlungskräftig“, betont Marquis. „Sonst wäre Platz 41 der Deutschen Albumcharts auch nicht möglich.“

Damit hat der Musiker ohne Zweifel recht. In der Woche, als „Chrom“ in den Charts war, war beispielsweise Udo Lindenberg mit „Stärker als die Zeit“ auf Platz drei, und Gregory Porter mit „Take Me To The Alley“ auf Platz 50. Viel geändert hat sich für die beiden Musiker aus Düren nach ihrem Erfolg nicht. „Wir hoffen, dass es uns gelingt, ein paar Konzerte mehr im Jahr spielen zu können und noch mehr in der Welt rumzukommen“, sagt Christian Marquis. „Und ich glaube schon, dass wir noch erfolgreicher werden können. Vielleicht können wir in unseren Berufen einige Wochenstunden reduzieren.“

Mit dem nächsten Album wollen sie sich nicht so viel Zeit lassen. „Es soll nicht wieder vier Jahre dauern, bis das erscheint. Das soll in zwei Jahren fertig sein.“ Und Auftritte in Düren? „Wir haben einmal in der Endart gespielt“, sagt Thomas Winters. „Mein Eindruck ist, dass Düren eine Metall-Rock- und Mundart-Stadt ist und kein gutes Pflaster für Elektro-Pop.“

Das sei schon allein deswegen schade, weil viele in den 80er Jahren mit Elektro-Pop à la „Depeche Mode“ groß geworden seien. „Es gibt viele Menschen, die gerne Elektro-Pop hören“, sagt Thomas Winters. Platz 41 der Deutschen Albumcharts gibt ihm recht.

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