Christoph Moritz trägt sich in Ahnenliste ein

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
moritz1bu
Der Dürener Christoph Moritz, der für Schalke 04 spielt, in Foto: Archiv/Imago

Düren. Paul Larue hat das Wort richtig gewählt. Der Dürener Bürgermeister hat von der Ahnenreihe gesprochen, als er die Namen erfolgreicher Fußballer aus Düren genannt hat. „Stollenwerk, Schnellinger, Schumacher, Hannes - das sind große Namen aus unserer Stadt.” Das Wort Ahnenreihe deutet es aber auch an: Lang, lang ist´s her.

Fast drei Fußballer-Generationen sind vergangen, bis dass es einem Kicker von der Rur gelungen ist, die Reihe fortzusetzen. Christoph Moritz heißt der Mann, ist 19 Jahre jung, kommt aus Arnoldsweiler und ist Stammspieler beim Bundesliga-Zweiten Schalke 04. Moritz war am Dienstag im Rathaus zu Gast. Möglicherweise war der Andrang der Medien so groß, weil die Stadt so lange auf den nächsten Fußballstar hat warten müssen. Oder aber, weil selten ein Aufstieg im Profisport so steil verlaufen ist wie der von Moritz.

Noch seltener ist es, dass ein Aufsteiger nicht die Bodenhaftung verliert und sich etablieren kann. So wie Moritz bisher auf Schalke. „Ich habe vielleicht einen Raketenstart hingelegt”, erzählte der junge Mann im Rathaus. „Aber es ist viel schwieriger, sich dauerhaft in der Bundesliga zu behaupten.” Und genau das ist das Ziel des Mannes aus Arnoldsweiler, der vor einigen Monaten als Jugendfußballer noch die Mitgliedsbeiträge für seinen Heimatverein Viktoria an der Haustüre eingesammelt hat. Jetzt hat sich das Bild gewandelt. Nicht Moritz klingelt in Arnoldsweiler; bei Moritz wird geklingelt.

„Sind Sie wirklich die richtigen Eltern vom Christoph”, werden die gefragt, wenn ein kleiner Fan eine Autogrammkarte haben will. So unglaublich wie für die Autogrammjäger, war das Abenteuer Bundesliga auch für den Spieler, der bis vor wenigen Monaten in keiner Nachwuchs-Auswahl-Mannschaft auftauchte - bis ihn Schalkes neuer Trainer Felix Magath in den Profi-Kader berufen hat. „Am Anfang habe ich mich nicht getraut was zu sagen und nur kurz geantwortet, wenn ich gefragt worden bin”, schildert der Dürener seine ersten Momente in einem mit Stars gespickten Profi-Team.

Mittlerweile hat sich Moritz an sein neues Leben gewöhnt. „Mir wird schon noch oft genug klar, dass ich den absoluten Traumberuf habe.” Larue wünschte dem Senkrechtstarter, weiterhin nicht die Bodenhaftung und den Kontakt zu seiner Heimat zu verlieren. Die Gefahr besteht nicht. Der 19-Jährige verbringt jeden freien Tag auf Schalke, bei der Familie oder mit Kumpels von früher.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert