Chinesischer Gefangener nach elf Jahren Haft endlich frei

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Düren. Die Dürener Amnesty-International-Gruppe hat schon immer gewaltlose politische Gefangene betreut. Insgesamt werden es rund 30 Fälle gewesen sein. Im letzten Jahrzehnt lag der Schwerpunkt der Betreuung auf China.

Der letzte und schwierigste Fall in China, bei dem es um Li Wangyang geht, stand jetzt in der chinesischen Öffentlichkeit. Für Li Wangyang sind unzählige Briefe, Faxe und Petitionslisten geschrieben worden. Auch Mitglieder der Bundesregierung haben sich während ihrer Aufenthalte in China für Li Wangyang eingesetzt. Die Dürener Amnesty-International-Gruppe betreut den Fall seit 2004.

All diese Mühen und der Einsatz alles Beteiligten haben sich jetzt gelohnt: Jetzt wurde der Chinese Li Wangyang aus der Haft entlassen. Er war am 20. September 2001 von einem chinesischen Gericht wegen „Anstiftung zur Subversion” zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Mit der Subversion war die versuchte Gründung einer freien Betriebsgewerkschaft gemeint. Obwohl nach der chinesischen Verfassung eine solche Gewerkschaftgründung zulässig ist, war dies der Anlass, Li Wangyang zu verhaften. Dies war bereits seine zweite Gefängnisstrafe.

Li Wangyang ist ein Veteran der Arbeiterbewegung. Schon im Jahr 1989 ist er bei der Demonstration auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking dabei gewesen, was nicht nur ihn selbst sondern, auch seine Familie angreifbar machte. Damals wurde er zu 13 Jahren Haft verurteilt, von denen er elf verbüßte. Nach schweren Misshandlungen im Gefängnis wurde ihm 1966 Haftverschonung für acht Monate zur medizinischen Behandlung gewährt. Danach wurde er wieder verhaftet und verbüßte die Strafe bis Juni 2000. Bereits zehn Monate später wurde er erneut verhaftet.

Li Wangyang ist 61 Jahre alt und schwer krank. Es ist ein Wunder, dass er die Haft unter den Umständen überlebt hat.

Die Amnesty-International Gruppe Düren ist ehrenamtlich tätig und finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Jeden zweiten Dienstag im Monat findet im Dürener Komm ein Treffen der Gruppe statt. Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind herzlich willkommen.
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